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Olympia 2012 Erhielt London den Olympia-Zuschlag nur durch Irrtum?

23.12.2005 ·  Angeblich hat London den Zuschlag für die Olympischen Spiele 2012 nur durch einen Abstimmungsirrtum eines IOC-Mitglieds erhalten. Ansonsten wäre Madrid Ausrichter geworden. Das behauptet ein israelischer Delegierter.

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London hat das Rennen um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2012 nach Ansicht eines IOC-Mitglieds nur durch einen Irrtum gewonnen. Ein Delegierter aus Griechenland habe bei der Abstimmung Anfang Juli in Singapur aus Versehen einen falschen Knopf bedient, sagte Alex Gilady, israelisches Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) dem Rundfunksender BBC am Freitag.

In der vorletzten Runde habe der griechische Delegierte Lambis Nikolau eigentlich für Madrid stimmen wollen, durch einen Fehler jedoch das favorisierte Paris gewählt. Ohne diesen Irrtum wäre es zu einem Gleichstand von jeweils 32 Stimmen zwischen der spanischen und der französischen Hauptstadt gekommen, erklärte Gilady.

Paris statt London in letzte Runde

Bei einer neuerlichen Abstimmung hätte Madrid seiner Ansicht nach in jedem Fall den Sieg davon getragen und wäre dann an Stelle von Paris in der letzten Runde auf London gestoßen. Wäre die französische Metropole bereits in der vorletzten Runde ausgeschieden, hätten ihre Unterstützer am Ende nicht den Erzrivalen London gewählt, sondern Madrid zum Sieg verholfen, sagte Gilady.

„Diese Geschichte hat doch weder Hand noch Fuß. Das war eine geheime, dem Regeln des IOC entsprechende Wahl“, sagte das britische IOC-Mitglied Craig Reedie der BBC. Die Gründe, warum London gewonnen habe, würden klar auf der Hand liegen: „Die Qualität unserer Bewerbung und unsere Präsentation in Singapur.“

„Sie kommen zu spät“

Der spanische NOK-Präsident Alejandro Blanco sieht in den Berichten einen Beweis, daß die Kandidatur Madrids die beste gewesen sei. „Ohne den Abstimmungsfehler im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) wäre Madrid in die Endausscheidung gekommen“, sagte Blanco. „Madrid hätte in der Schlußabstimmung gute Chancen gehabt, den Zuschlag für die Ausrichtung der Spiele zu erhalten.“

Die Berichte über den Fehler eines IOC-Mitglieds bei der Abstimmung Anfang Juli in Singapur könnten an der Vergabe der Spiele an London nichts mehr ändern. „Sie kommen zu spät.“ Damit sei aber nun bewiesen, daß Madrid die beste Olympia-Bewerbung gehabt habe. Bei der Wahl in Singapur hatte sich London in der Schlußabstimmung mit 54 zu 50 Stimmen gegen Paris durchsetzen können.

Für die französische Hauptstadt, die sich nach zwei mißlungenen Bewerbungen mit besonderer Sorgfalt auf die Kandidatur für 2012 vorbereitet hatte, war die Niederlage eine besonders herbe Enttäuschung. Französische Sportler und Funktionäre hatten nach der Entscheidung kritisiert, der britische Einfluß auf das IOC sei zu stark.

90.000 Quadratmeter für Wintersportler

Unterdessen ist in Turin am Donnerstag das Olympische Dorf für die Winterspiele 2006 eingeweiht worden. Die Unterkünfte für die Athleten erstrecken sich über 90.000 Quadratmeter unweit des Turiner Viertels Lingotto. Das Turin Village ist das größte olympische Dorf in der Geschichte der Winterspiele. Der Komplex ist in zwei Zonen unterteilt. In der Residential Area werden die Athleten und Sportdelegationen beheimatet, während die International Area eine gemeinsame Zone für Bewohner, Gäste und Journalisten sein wird.

Für den Zugang zur International Area müssen Besucher in Besitz einer Akkreditierung oder eines Gästeausweises sein. In allen drei Olympischen Dörfern, die anderen beiden befinden sich an den in Sestriere (alpine Ski-Wettbewerbe) und Bardonecchia (nordische Wettbewerbe, Biathlon, Bob und Rodel), wird dieser Bereich Erholungs- und Einkaufsmöglichkeiten sowie weitere Annehmlichkeiten für die Bewohner und Gäste bieten.

„Das schönste in der Geschichte der Olympiaspiele“

Das Turin Village wurde auf dem Gelände des früheren Marktplatzes von elf renommierten Architekten gebaut. 2.500 Menschen werden während der Olympischen Spiele dort untergebracht sein. Neben den Wohnanlagen gibt es eine Poliklinik, Restaurants und Snackbars, eine Turnhalle sowie Andachtsstätten für die verschiedenen Religionen. Im Turin Village werden vor allem die Eishockey- und Curlingteam, die Eisschnell- und Eiskunstläufer sowie die Short Track Athleten ein Zuhause finden.

„IOC-Präsident Rogge hat das Turiner Olympiadorf als das schönste in der Geschichte der Olympiaspiele bezeichnet. Es befindet sich im Herzen der Stadt unweit vom Olympiastadion. Die Athleten werden unter den besten Bedingungen untergebracht, damit sie die olympische Erfahrung gut erleben können“, sagte der Chef des Organisationskomitees, Valentino Castellani.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa und sid
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