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Fifa-Gremien : Weitere Rücktritte sorgen für immer lautere Kritik

Gianni Infantino beim Fifa-Kongress in Bahrein. Bild: EPA

Nach der Absetzung der Fifa-Ethik-Spitze gibt es weitere Rücktritte. Zwei Mitglieder der Governance-Kommission geben ihr Amt auf. Damit ist diese nach dem Statut nicht mehr arbeitsfähig. Die Kritik wird immer lauter.

          Der Internationale Fußball-Verband (Fifa) steuert nach den Vorkommnissen um abgesetzte Kontrolleure weiter in eine schwere Integritätskrise. Zwei der vier unabhängigen Mitglieder der Governance-Kommission, die Südafrikanerin Navi Pillay und Ron Popper aus der Schweiz, haben jetzt ihren Rücktritt bekanntgegeben. Die ehemalige Hochkommissarin für Menschenrechte der Vereinten Nationen Navi Pillay war erst im Januar berufen worden. Popper ist ebenfalls Menschenrechtsexperte. Zuvor hatte bereits der New Yorker Rechtsprofessor Joseph Weiler seine Position in der Kommission niedergelegt.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Kritik am Weltverband übt der ehemalige Vorsitzende der Governance-Kommission, Miguel Maduro. Der einstige Generalanwalt am Europäischen Gerichtshof aus Portugal war in der vergangenen Woche beim Fifa-Kongress in Bahrein überraschend von Verbandspräsident Gianni Infantino und dem Fifa-Council abberufen worden. „Wir sehen, dass sich die Welt des Fußballs nicht selbst regulieren kann“, sagte Maduro der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. „Es herrscht weiterhin eine Kultur, die sich gegen unabhängige Kontrollinstanzen richtet. So ist eine Reformierung nicht möglich.“

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          Maduro hatte als Vorsitzender der Governance-Kommission den ehemaligen russischen Sportminister und jetzt stellvertretenden Ministerpräsidenten Witali Mutko aus dem Fifa-Council verbannt, weil „politische Einflussnahme“ auf die Fifa verhindert werden müsse. Russland ist Ausrichter der nächsten Weltmeisterschaft 2018 und über den Staatskonzern Gasprom wichtiger Fifa-Sponsor. Es wird vermutet, dass die Absetzung des Portugiesen als Leiter der Governance-Kommission mit dem brisanten Entscheid zu tun hat. „Es braucht im Fall der Fifa eine länderübergreifende Institution wie die Europäische Union oder den Europarat, die von außen Standards zur Einhaltung von Regeln überwachen“, sagt Maduro.

          Das Fifa-Council hatte auf Vorschlag von Infantino auch die beiden Vorsitzenden der Ethikkommission abgesetzt, darunter den ehemaligen deutschen Richter Hans-Joachim Eckert. Nach den jüngsten Rücktritten in der Governance-Kommission ist diese nach dem Statut nicht mehr arbeitsfähig, weil die unabhängigen Mitglieder in der Minderheit sind. Rainer Koch, neu in diesem Gremium dabei und Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes, wollte auf Anfrage keinen Kommentar dazu abgeben.

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