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Nada Erfolg hat seinen Preis

 ·  Die Nationale Anti-Dopingagentur (Nada) hat weiter Finanzierungsprobleme: Die Länder lassen sie abblitzen. Und das Fundraising hat nicht wie erhofft geklappt. Einen Zusammenbruch der Nada darf sich Deutschland aber nicht leisten.

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© dapd Vergrößern

Von der Urinprobe zur Verabredung mit den geständigen Dopern Jan Ullrich und Stefan Schumacher - dies gehört zur Palette dessen, was die Nationale Antidopingagentur (Nada) unternimmt, um Betrügern im Sport auf die Schliche zu kommen. Schumacher habe ihm ein Treffen in die Hand versprochen, berichtete Nada-Vorstand Lars Mortsiefer während der Bilanz-Pressekonferenz am Mittwoch in Berlin; bevor der einstige Radprofi Insider-Kenntnisse der Manipulation weitergibt, muss allerdings erst der Betrugsprozess gegen ihn zu Ende gehen.

Auf Ullrichs Antwort warten sie noch bei der Nada in Bonn. Die Einladungen zeigen, dass Einfallsreichtum hoch im Kurs steht bei der Nada. Er ist, neben dem Stiftungsvermögen von 14 Millionen Euro, allerdings so ziemlich deren einziges Guthaben. Im Jahr zwölf ihrer Existenz könnte just diese auf dem Spiel stehen. Das immer wieder und in diesem Jahr nach langem Zögern ausnahmsweise gewährte Milliönchen aus dem Bundeshaushalt, das den fast allein vom Bund bestrittenen Etat der Nada auf 4,5 Millionen bringt, erscheint für 2014 unsicherer den je - immerhin fast ein Fünftel des Budgets.

Die Länder lassen die Dopingbekämpfer so ungeniert abblitzen, dass deren Vorstandsvorsitzende Andrea Gotzmann daran erinnert, dass zur Förderung des Spitzensports, zu dem sich viele Landespolitiker auf einer Reise zu den Olympischen Spielen von London bekannten, auch gehört, die Einhaltung von dessen Reinheitsgebot zu überwachen. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Hans Georg Näder, holte sich bei Unternehmen so viele Abfuhren, dass er das Fundraising einer Agentur überträgt. Er warnt vor dem Scheitern des Stakeholder-Modells, der Beteiligung gesellschaftlicher Kräfte an der Dopingbekämpfung, der Wahrung ihrer Unabhängigkeit.

Zusammenbruch der Nada darf sich Deutschland nicht leisten

Allem Verdruss, der gerechtfertigt erschiene, zum Trotz, verlangte die Nada mehr Trainingskontrollen, weiteres Ergebnismanagement, größere Aufgaben. Gewiss, dies ist der richtige Weg: sich unersetzlich zu machen. Einen Zusammenbruch der Nada darf sich Deutschland nicht leisten und wird es wohl auch nicht. Doch was hilft es, diese Institution geradeso am Leben zu erhalten? Sie muss angemessen unterstützt werden, falls Doping ernsthaft bekämpft werden soll. Der dringend notwendige Tatendrang der Fahnder ist auf Dauer nur zu erhalten und zu fördern, wenn die Voraussetzungen stimmen. Das ist nicht der Fall.

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03.07.2013, 17:20 Uhr

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