27.07.2010 · Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und der Deutsche Olympische Sportbund demonstrieren trotz des Bauernaufstands in Garmisch-Partenkirchen weiterhin Zuversicht, dass München seine Olympia-Bewerbung zum Erfolg führen kann.
Im Streit um die dringend benötigten Grundstücke in Garmisch-Partenkirchen für die Münchner Olympiabewerbung um die Winterspiele 2018 ist weiter keine Lösung in Sicht. Die Staatsregierung von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sowie der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) demonstrierten am Dienstag dennoch Zuversicht. Seehofer kündigte ein „Olympia-Gesetz“ an, in dem die für die Kommunen und die Bevölkerung wesentlichen Dinge festgehalten würden. „Ich bin sehr, sehr zuversichtlich, dass wir am Ende unsere Bewerbung zum Erfolg führen können“, sagte Seehofer nach einer lange geplanten Kabinettssitzung in Garmisch-Partenkirchen, wo 2018 die Skiwettbewerbe stattfinden sollen.
Münchens Olympia-Bewerbung wird belastet durch die Weigerung von Bauern in Garmisch-Partenkirchen, ihre Grundstücke temporär zur Verfügung zu stellen. Bis Januar muss München sein Bewerbungsbuch beim Internationale Olympischen Komitee (IOC) abgegeben. Wegen Bürgerprotesten ist schon Oberammergau als Schauplatz einiger Wettbewerbe aus den Plänen gestrichen worden. Seehofer sicherte zu, in der Debatte werde jedes Argument ernst genommen. Und wenn es Alternativen für bestimmte Planungen gebe, würden diese geprüft.
„Großartiges Konjunkturprogramm für Gesellschaft und Sport in Deutschland“
Der Präsident des DOSB, Thomas Bach, sagte, er befürchte keine negativen Auswirkungen der festgefahrenen Grundstücks-Debatte auf die Bewerbung und das IOC-Votum. „Am Ende werden sie erleben, dass wir ein wettbewerbsfähiges, olympisches Dorf in Garmisch vorweisen können. Und dass diese Bewerbung weiterhin so gut und chancenreich aufgenommen wird, wie das in der Vergangenheit auch war und sich bei den objektiven Überprüfungen deutlich gezeigt hat“, sagte Bach im ZDF.
Dass es bei einer solchen Bewerbung vorher Diskussionen über Grundstücksfragen gebe, sei normal, sagte Bach, der auch Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees ist. „Das wird sich regeln.“ Bach sagte, die Olympischen Spiele seien „ein wirklich großartiges Konjunkturprogramm für Gesellschaft und Sport in Deutschland“. Das IOC vergibt die übernächsten Winterspiele am 6. Juli 2011, Konkurrenten Münchens sind Annecy/Frankreich und Pyeongchang/Südkorea.