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Reaktion auf F.A.Z.-Interview : Bundeswehr straft Kritiker ab

Max Hartung bittet nun um ein Gespräch mit Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Bild: dpa

In der F.A.Z. gab Max Hartung ein Interview, in dem er die staatliche Sportförderung durch das Militär kritisiert. Unmittelbar danach lehnt die Bundeswehr einen Antrag des neuen DOSB-Athletensprechers ab.

          Die Bundeswehr straft Max Hartung wegen Kritik an der staatlichen Sportförderung durch das Militär ab. Noch am Donnerstag, als in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung das Interview mit dem am vergangenen Dienstag zum Vorsitzenden der Athletenkommission im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) gewählten Säbelfechter erschien, lehnte die Bundeswehr den Antrag Hartungs auf Einberufung zu einer Wehrübung ab. Zur Begründung werden Äußerungen Hartungs in dem Interview mit der F.A.Z. angeführt.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Athleten, die wie Hartung Dienst bei der Bundeswehr geleistet haben, können sich zu Wehrübungen einberufen lassen, um während eines Großereignisses und der Vorbereitung darauf wirtschaftlich abgesichert zu sein. In diesem Fall geht es um die Fecht-WM im Juli in Leipzig. Der 27 Jahre alte Hartung, 2014 Weltmeister mit der Mannschaft, hat gerade sein Bachelor-Studium abgeschlossen.

          Im Gespräch mit der F.A.Z. hatte er angeregt, das Geld, das sich der Bund die Sportförderung kosten lässt, intelligenter und fairer einzusetzen. „Wenn man die Aufwendungen der Bundeswehr mit denen der Stiftung Deutsche Sporthilfe vergleicht – 50 Millionen Euro Steuergeld zu zwölf Millionen, die ganz überwiegend privat aufgebracht werden –, erkennt man das Ungleichgewicht“, sagte er. „Wenn es nach mir ginge, würde ich vorschlagen, das Geld anders einzusetzen und es ohne den Umweg über die Bundeswehr direkt an die Sportler auszuschütten.“

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          Die Bundeswehr stellt 744 Planstellen für Spitzensportler und Betreuer zur Verfügung. Hartung macht seine Abstrafung in einem Brief bekannt, in dem er Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen um ein persönliches Gespräch bittet. Er habe, schreibt er darin, in dem Interview seine Gedanken zur Athletenförderung „auf der Grundlage meiner persönlichen Erfahrung als Soldat und Athlet, aber auch auf Grund der Erkenntnisse meiner wissenschaftlichen Untersuchung als Student an der Zeppelin Universität formuliert“.

          Im Zuge der Reform des deutschen Spitzensportes wolle er gern die Rolle der Bundeswehr diskutieren. Die meisten Sportsoldaten verließen die Bundeswehr ohne Berufsausbildung oder Studium. „Ich will nicht den Eindruck erwecken, undankbar zu sein“, sagte er gegenüber der F.A.Z.: „Wenn die Sportförderung, die von der Bundeswehr geleistet wird, ersatzlos wegfiele, wäre Leistungssport in Deutschland, wie es ihn jetzt gibt, nicht möglich.“

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          Dagmar Freitag, Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag, sagt: „Zielsetzung der Sportfördergruppen der Bundeswehr ist es, junge Menschen zu fördern, die sich dem Spitzensport verschrieben haben. Wenn diese sich noch dazu konstruktiv-kritisch mit Vorschlägen hervortun und eine Diskussion anstoßen, verdienen sie aus meiner Sicht dafür Unterstützung. Schließlich wollen wir mündige Athletinnen und Athleten.“

          Hartung war von 2009 bis 2012 Soldat und zuletzt während der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele von Rio 2016 und während der Spiele zu einer Wehrübung einberufen. Die Bundeswehr zeichnete ihn in der vergangenen Woche in der Sportfördergruppe Köln mit der Ministermedaille aus. Hartung verließ die Bundeswehr nach den Olympischen Spielen von London 2012, um studieren zu können. Bei dem nun abgelehnten Antrag ging es um drei Monate für die WM mit Vorbereitung.

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