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Kugelstoßer Adam Nelson Goldenes Karriereende?

 ·  Vor acht Jahren gewann Adam Nelson bei den Olympischen Spielen Silber im Kugelstoßen. Nun wurde der damalige Sieger des Dopings überführt. Und Nelson wartet auf goldene Post.

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© dapd Vergrößern Gekröntes Haupt: Wird aus Silber Gold?

Als Adam Nelson die ersten Gerüchte hörte, beendete er sein Training und machte Schluss mit seiner sportlichen Karriere. Schließlich ist er 37 Jahre alt. Als ihn die ersten Journalisten anriefen, war er auf dem Weg von Atlanta nach Austin, wo er am vergangenen Wochenende einen Vortrag über die Zukunft der Leichtathletik hielt. „Ich bin sicher, dass ich eine Schachtel mit der Goldmedaille in der Post haben werde“, sagte Nelson, der bei 1,83 Meter Größe immer noch 115 Kilo schwer ist. Doch noch haben das Internationale Olympische Komitee (IOC) und der Leichtathletik-Weltverband (IAAF) nicht entschieden, ob sie den Olympiasieg im Kugelstoßen von Athen 2004 neu vergeben werden.

Der Ukrainer Jurij Bilonoh, der im Stadion des antiken Olympia siegte, ist des Dopings mit dem künstlichen Steroid Oxandrolon überführt und disqualifiziert worden. Mit ihm und den drei weiteren in der vergangenen Woche öffentlich gemachten Doping-Fällen erhöht sich deren Zahl für Athen 2004 auf dreißig. Nicht alle eingezogenen Goldmedaillen sind neu vergeben worden.

Ein Beispiel für Stetigkeit

Er sei Zeit seiner Karriere völlig frei von Drogen gewesen, beteuerte Nelson nun und lobte IOC und IAAF für die Tests mit verbesserten Verfahren. In diesem Jahr sind neun Doper von 2004 entlarvt worden. Dies sei ein Signal an die Betrüger, dass man sie selbst acht Jahre später noch kriegen kann, sagte Nelson. „Dem Sieg und der Goldmedaille in einem solchen Moment beraubt zu werden, ist sehr enttäuschend“, sagte Nelson. Bilonoh nannte er einen Kriminellen: „Er hat Athleten beraubt. In jedem anderen Beruf würden solche Kriminelle strafrechtlich belangt werden, aber in unserem Sport werden sie nur gesperrt.“

Nelson ist bekannt dafür, wie er sich mit lauten Selbstgesprächen in Wettkampfstimmung bringt, wie er seinen Pullover auf die Erde schleudert und in den Ring stürmt. Und er ist ein Beispiel für Stetigkeit. An drei Olympischen Spielen nahm er teil und wurde dabei zweimal Zweiter. In Helsinki wurde er 2005 Weltmeister; dreimal war er WM-Zweiter.

Bei Olympia 2004 war er in der ersten Runde mit 21,16 Metern in Führung gegangen und ließ fünf Fehlversuche folgen. Bilonoh kam zweimal auf 21,15 Meter, bevor er im vorletzten Versuch mit 21,16 Metern gleichzog. Er siegte, weil bei Gleichstand der nächstbeste Stoß entscheidet.

Nelsons Manager errechnete damals, dass seinem Athleten mit dem Olympiasieg rund eine halbe Million Dollar Prämien und Werbeeinnahmen entgangen waren. Statt aufzugeben, machte Nelson energisch weiter: bis zu den ersten Anrufen vor drei Wochen. „Das Größte in einer olympischen Karriere ist, wenn du deine Nationalhymne hörst und deine Flagge siehst, während du auf dem Treppchen stehst. Das wird mir niemand zurückgeben können.“

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