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Veröffentlicht: 08.05.2015, 18:04 Uhr

Beilschmidt-Kommentar Generation Altlast

Seine Unfähig- und Unwilligkeit hat Rolf Beilschmidt über Jahrzehnte bewiesen. Die Beurteilung des LSB Thüringen ist deshalb keine Entlastung – sondern ein misslungenes Täuschungsmanöver.

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© Imago Auch Rolf Beilschmidt, Geschäftsführer des Thüringer Landessportbunds, gehört zu den Altkadern.

Braucht man einen aktuelleren Beweis für Filz? Der Landessportbund Thüringen pickte sich nur das aus seiner Sicht Positive für seinen Hauptgeschäftsführer Beilschmidt aus der Erklärung der Stasi-Kommission heraus und ließ den zweiten Teil glatt weg. Als ginge der Hinweis auf den „Makel“, auf all das, was die zentrale Figur im Thüringer Sport nicht leistete an geistiger Erneuerung, die Öffentlichkeit nichts an.

Anno Hecker Folgen:

Das Täuschungsmanöver misslang zwar. Aber es führt doch vor Augen, wie sich manche Sportkameraden ein Vierteljahrhundert nach dem Fall der Mauer noch immer präsentieren: haltungslos, wenn es darum geht, die vom Sport als überlebenswichtig eingeschätzten Werte vorzuleben oder zu verteidigen. An diesem jüngsten Desaster hat auch die Formulierung der Stasi-Kommission ihren Anteil. Ihr Schreiben räumt der Kamarilla in der LSB-Führung die Gelegenheit ein, den Kameraden Beilschmidt im Amt zu lassen.

Unfähig und unwillig – über Jahre hinweg

Die Beurteilung ist aber dennoch keine Entlastung. Sie liest sich eher wie ein Versuch, den Hauptgeschäftsführer zwischen den Zeilen zu einem Rücktritt aus Gewissensgründen aufzufordern. Das ist so naiv wie die konkrete Aufforderung, Beilschmidt, der die Aufklärung von Stasi-Tätigkeit und Doping-Problematik behinderte statt zu fördern, werde nun in den letzten Jahren seines Wirkens eine geistige Wende vollziehen.

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Seine Unfähig- und Unwilligkeit hat er doch über Jahrzehnte bewiesen. Beilschmidt kann diesem frommen Wunsch auch nicht entsprechen, weil dazu die Seilschaft, die ihn hält, zerschnitten werden müsste. Also werden die jungen Kräfte im LSB weiter gebremst von einer Generation, die der Befreiung des Sports von Altlasten keine Chance gibt. Das ist nicht nur in der ehemaligen DDR so.

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