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Olympia 2024 und 2028 : Die Quadratur der Ringe

Aufschlag Paris: Es sieht so aus, als hole Macron die Spiele 2024 nach Frankreich. Bild: dpa

Dass Emmanuel Macron zur Unterstützung der Pariser Delegation zum IOC kommt, legt den Schluss nahe: France first. Eine Frage vor den Olympia-Vergaben 2024 und 2028 ist aber noch offen.

          Oh, du heile Welt des Sports – trotz allem. An diesem Montag wird Emmanuel Macron ins beschauliche Lausanne reisen und dort mit einigen Olympiern zu Abend essen, natürlich auch mit Thomas Bach, dem Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Zu dem Gipfeltreffen wird der Genfer See weiter unten vielleicht leise murmeln, Globalisierungsgegner sind nicht zu erwarten.

          Obwohl es tatsächlich um milliardenschwere Weltereignisse geht in diesen Tagen. Die Vergabe der Sommerspiele 2024 und 2028 wird vorbereitet, wozu für Dienstag sogar eine außerordentliche Session angesetzt wurde. Nur zwei Bewerber sind übrig geblieben: Los Angeles und Paris. Auf keinen von beiden will das IOC verzichten. Darüber hinaus ist anzunehmen, dass nicht nur die Doppelvergabe bei der ordentlichen Session im September in Lima beschlossene Sache ist, sondern auch die Reihenfolge. Vielleicht fehlt ja noch der Entwurf des endgültigen Procedere für Lima, aber auch da dürfte Bach schon eine Version vorschweben.

          Ready to rumble: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat sich offenbar gegen Mitkonkurrent Los Angeles durchgesetzt. Olympia 2024 findet wohl in Paris statt.

          Paris first – so könnte man die Tatsache interpretieren, dass Staatspräsident Macron persönlich in Lausanne erscheinen wird, um die französische Delegation im Bewerbungsendspurt zu unterstützen. Sollte es tatsächlich so kommen, wäre Paris hundert Jahre nach seinen letzten Spielen, 1924, wieder dran.

          Los Angeles hat auch wegen Trump das Nachsehen

          Und Los Angeles vier Jahre später, zu einer Zeit, in der Donald Trump als amerikanischer Präsident Geschichte sein wird. Allzu beliebt dürfte der sich bei der Multikulti-Mitgliedschaft, die im September abstimmt, nämlich nicht gemacht haben, zum Beispiel mit seinen Äußerungen über Muslime und seinem Beharren auf Einreiseverbote für Bürger einiger muslimischer Länder.

          Das IOC verlangt zwar von Gastgeberländern, dass die Akkreditierung eines Mitglieds der olympischen Familie automatisch als Visum gilt. Das war bei den Spielen in Peking genauso wie bei den Spielen in Sotschi. Aber Stimmen fängt man natürlich trotzdem nicht mit solchen Pauschalverurteilungen. Und auch diverse FBI-Ermittlungen nerven die Sportpolitiker. Andererseits wird Trumps Unterstützung dringend gebraucht, schon mit Blick auf die Winterspiele 2018 in Südkorea, die nicht unter politischen und militärischen Drohgebärden zwischen Nordkorea und den Vereinigten Staaten leiden sollen.

          Der Evaluierungsbericht, den das IOC vergangene Woche publiziert hat, gibt beiden Bewerbern hervorragende Noten. Beide Städte wollen hauptsächlich bestehende Sportstätten nutzen. Das hört man gern beim IOC, das den Bau-Wahnwitz vergangener Olympiaden vergessen machen will.

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          Bleibt noch die Frage, welche Belohnung der Bewerber erhält, der bereit ist, vier Jahre länger zu warten. Aus Los Angeles gab es schon Zeichen in dieser Richtung. Bürgermeister Eric Garcetti deutete im Mai an, dass eine sofortige finanzielle Unterstützung für ein Jugendprogramm nicht schlecht wäre. Das IOC aber winkt ab. Stattdessen spricht man von einem Vertrauensvorschuss, den der Veranstalter von 2028 bekäme. Und vielleicht wächst ja auch der Veranstaltungszuschuss des IOC weiter. Rio 2016 bekam noch 1,5 Milliarden Dollar. Der Gastgeber von 2024 erhält 1,7 Milliarden. Wenn das so weiterginge, wären vier Jahre Geduld immerhin 200 Millionen wert.

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