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Judo : Yvonne Bönisch gewinnt erstes Gold für Deutschland

  • Aktualisiert am

Yvonne Bönisch erlöst das deutsche Team Bild: dpa/dpaweb

Judoka Yvonne Bönisch hat die erste Goldmedaille für die deutsche Mannschaft in Athen erkämpft. Die 23jährige besiegte im Finale der Kategorie bis 57 kg die Nordkoreanerin Kye Sun Hui.

          Historischer Triumph für den deutschen Judosport: Yvonne Bönisch hat mit einer grandiosen Vorstellung als erste Frau eine olympische Goldmedaille gewonnen. Die 23 Jahre alte Potsdamerin setzte sich am Montag um 17:43 Uhr in Athen im Leichtgewichts-Finale (bis 57 kg) gegen die Nordkoreanerin Kye Sun Hui mit einer kleinen Wertung (Koka) durch und sorgte damit auch für das erste Gold der deutschen Olympia-Mannschaft bei diesen Spielen.

          „Ich konnte gar nicht glauben, daß der Kampf vorbei ist. Die letzte Minute war ich fix und fertig. Da habe ich nur noch aus dem Bauch gekämpft und gehofft, daß ich keine Bestrafung bekomme“, sagte die noch Minuten nach dem sensationellen Erfolg fassungslose Athletin, die wie versteinert wirkte. „Ich wollte unbedingt gewinnen. Ich habe mir vor dem Finale gesagt: Vize-Olympiasiegerin will ich nicht auch noch werden.“ Die Betriebswirtschafts-Studentin hatte bislang zwei Mal in einem internationalen Meisterschaftsfinale gestanden. Sowohl bei der EM 2002 als auch bei der WM 2003 wurde sie nur Zweite.

          Gekämpft wie von einem anderen Stern

          Bönischs Triumph war zugleich die zweite Medaille für das Team von Frauen-Bundestrainer Norbert Littkopf, das damit schon nach drei von sieben Wettbewerben seine beste Bilanz in der olympischen Geschichte vorweisen kann. Zwei Tage zuvor hatte die Osnabrückerin Julia Matijass im Super-Leichtgewicht Bronze gewonnen. Bislang gab es bei den seit 1992 ausgetragenen Wettkämpfen lediglich zwei dritte Plätze: 2000 durch Anna-Maria Gradante (Super-Leichtgewicht) und 1996 durch Johanna Hagn (Schwergewicht). „Was soll ich sagen? Wer hat schon solche tollen Frauen. Ich bin einfach nur glücklich“, sagte der sonst
          so gefasste Bundestrainer sichtlich gerührt.

          Der Jubel der Olympiasiegerin Yvonne Bönisch

          Yvonne habe gekämpft wie von einem anderen Stern, meinte Littkopf, nachdem Bönisch die gesamte Weltelite eindrucksvoll dominiert hatte. Die Krönung lieferte sie im Finale ausgerechnet gegen ihre Angstgegnerin. Beide hatten sich bereits im WM-Finale des vergangenen Jahres gegenüber gestanden. Damals profitierte die Nordkoreanerin von einer Verletzung der Deutschen, die sich eine Minute vor Kampfende den Ellenbogen ausgekugelt hatte.

          Kurzen Prozeß

          Aber auch ohne dieses Mißgeschick hätte Bönisch keine Chance auf den Titel gegen das Energiebündel aus Nordkorea gehabt. Diesmal kaufte aber die Weltmeisterschaftszweite aus Potsdam der 25 Jahre alten Olympiasiegerin von 1996, Olympia-Dritten von 2000 und zweifachen Weltmeisterin den Schneid ab. „Das war beeindruckend“, schwärmte Sportdirektor Manfred Birod. „Wie sie ihre Siege errungen hat, war einsame Klasse.“

          Bönisch präsentierte sich in allen Kämpfen in der Ano-Liossia-Olympia-Halle in Höchstform. Zum Auftakt bezwang sie die Sydney-Olympiasiegerin und Europameisterin Isabel Fernandez aus Spanien mit einem halben Punkt (Waza-Ari). Nachdem sie die Puerto-Ricanerin Jessica Garcia schon nach 17 Sekunden mit einem Fußwurf aus dem Wettkampf katapultiert hatte, machte sie auch mit der japanischen Olympia-Dritten Kie Kusakabe kurzen Prozeß.

          Schon nach 38 Sekunden hatte sie die Asiatin nach einer Konterattacke mit einem Festhaltegriff bezwungen. Im Halbfinale mußte sich die Niederländerin Deborah Gravenstijn schon nach 1:21 Minuten geschlagen geben. Bönisch setzte die WM-Dritte mit einem Konterwurf außer Gefecht.

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