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Verbote für Israels Sportler : „Riesenskandal“ beim Judo in Abu Dhabi

  • Aktualisiert am

Judoka Tal Flicker gewann die Goldmedaille und sang die Hymne selbst. Bild: Picture-Alliance

Beim Grand Slam in Abu Dhabi dürfen Israels Judoka keine Landessymbole tragen. Auch die Nationalhymne wird nicht gespielt. Dann gewinnt ausgerechnet Tal Flicker Gold – und wählt eine besondere Form des Protests.

          Trotz des Verbots der israelischen Landessymbole beim Grand Slam in Abu Dhabi hat der Judoka Tal Flicker bei der Verleihung seiner Goldmedaille die Nationalhymne seines Landes gesungen. „Ich habe mich entschieden, die Hatikva (Nationalhymne) auf dem Podium zu singen, weil Israel mein Land ist und ich stolz bin, Israeli zu sein“, sagte Flicker nach seinem Sieg in der Kategorie bis 66 Kilogramm.

          „Die Hymne des Weltverbandes, die gespielt wurde, war nur ein Hintergrundgeräusch“, sagte Flicker. „Die ganze Welt weiß, dass wir aus Israel sind und wen wir repräsentieren.“ Das Team habe das Ziel gehabt, eine Medaille nach Hause zu bringen. „Ich bin sehr glücklich, dass wir das geschafft haben.“ Die Israelis waren nach Angaben ihres Verbands angetreten, obwohl die Veranstalter ihnen verboten hätten, Landessymbole wie eine Flagge auf ihren Anzügen zu tragen. Die Delegation um die deutsche Olympiasiegerin und Frauen-Bundestrainerin Yvonne Bönisch hatte auch von Einreiseschwierigkeiten berichtet.

          Als extrem unsportlich wurde auf der Facebook-Seite des israelischen Judoverbandes kritisiert, dass bei der Siegerehrung die israelische Nationalhyme aus politischen Gründen nicht gespielt worden sei. Israels Finanzminister Mosche Kachlon schrieb bei Twitter, es sei eine „Riesenschande“, dass nicht die Nationalhymne, sondern die Hymne des internationalen Judoverbands gespielt wurde. „Der israelische Judoka Tal Flicker hat beim Judo Abu Dhabi 2017 eine Goldmedaille gewonnen“, schrieb die israelische Botschaft in Washington auf Twitter. „Keine israelische Hymne oder Flagge. Eine Schande für den Sportsgeist.“

          Der internationale Judo-Verband IJF wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Verbot äußern. Nach Angaben des israelischen Verbandes hatte Weltverbandspräsident Marius Vizer jedoch ein Dringlichkeitsschreiben an die Veranstalter geschickt und darin gefordert, alle Delegationen ohne Ausnahme gleich zu behandeln. Der Grand Slam in Abu Dhabi ist nach WM und EM einer der wichtigsten Judo-Wettkämpfe des Jahres.

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