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IOC-Vizepräsident Thomas Bach „Die Wahl bedeutet einen Riesenschritt nach vorn“

05.10.2009 ·  Die Olympischen Spiele 2016 finden in Rio de Janeiro statt - zum ersten Mal in der Geschichte besucht die olympische Bewegung Südamerika. IOC-Vizepräsident Thomas Bach über Obamas Niederlage, Rios Bewerbung und die Globalisierung der Spiele.

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Die Olympischen Spiele 2016 finden in Rio de Janeiro statt - zum ersten Mal in der Geschichte besucht die olympische Bewegung Südamerika. IOC-Vizepräsident Thomas Bach über Obamas Niederlage, Rios Bewerbung und die Globalisierung der Spiele.

Was sagen Sie dazu, dass das IOC dem mächtigen Barack Obama eine Niederlage gegen den brasilianischen Staatspräsidenten Lula eingebrockt hat?

Das war kein Wettbewerb zwischen Staats- und Regierungschefs, sondern zwischen Bewerbungen, wobei die Anwesenheit der Politiker die Unterstützung der Regierungen zum Ausdruck bringt. Rio de Janeiro hat sich großartig geschlagen.

Sollten Sie Angela Merkel nach diesen Erfahrungen nicht trotzdem davon abraten, in zwei Jahren München zu der Vergabe der Winterspiele 2018 nach Durban zu begleiten?

Nun mal langsam. Die Münchner Olympiabewerbung wird hervorragend von der Bundeskanzlerin und dem Bundespräsidenten unterstützt, beide haben sie zum nationalen Anliegen erklärt.

Sie haben als oberster Wahlhelfer als Erster die Ergebnisse der drei Wahlgänge gesehen. Hat es Sie überrascht, dass Chicago schon in der ersten Runde ausgeschieden ist?

Ja, das hätte ich nicht gedacht. Ich habe ein zweites Mal auf den Schirm geschaut, aber auch beim zweiten Blick hat sich das Ergebnis nicht verändert.

Und was sagen Sie zur eindeutigen Wahl von Rio, die Südamerika erst auf die olympische Landkarte gebracht hat?

Das ist eine hervorragende Wahl für das IOC und die Olympischen Spiele. Sie bedeutet einen Riesenschritt nach vorn im Hinblick auf die Universalität. Die hatten wir schon im Bezug auf Teilnehmer, aber noch nicht im Bezug auf die Organisation. Das ist ein ganz wichtiges Zeichen – mit dieser Wahl ist die Sportwelt etwas enger zusammengerückt.

Von den Vereinigten Staaten aber doch wohl eher abgerückt. Ist Ihnen die Brüskierung Obamas nicht peinlich?

Obama hat selbst gesagt, wie sehr die Vereinigten Staaten an einer multilateralen Welt interessiert sind, und dass sie sich weiter öffnen wollen. Diese Wahl ist ein weiteres Zeichen einer Entwicklung, die wir im politischen und wirtschaftlichen Bereich gesehen haben. Die Verantwortung in der Welt verteilt sich auf immer mehr Schultern – politisch, wirtschaftlich und nun auch sportlich.

Die Fragen stellte Evi Simeoni.

Quelle: F.A.Z.
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