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Olympia-Doppelvergabe : Der lukrative Dreisprung von Bachs IOC

Olympischer Dreiklang: Eric Garcetti (Bürgermeister von Los Angeles), IOC-Präsident Thomas Bach und Anne Hidalgo (Bürgermeisterin von Paris). Bild: AP

Hop – Step – Money: Das IOC führt einen surrealen Zirkus auf und entscheidet sich für eine Doppelvergabe von Olympia 2024 und 2028. Das dürfte eine ganze Menge Geld wert sein.

          Was ist eigentlich eine Win-Win-Win-Situation? Sicher irgendwas mit Geld. Der verbale Dreisprung, den Thomas Bach, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), und seine aktuellen Bewerber Paris und Los Angeles dieser Tage in Lausanne wiederholt vollführten, ist genau so business-like wie das Metier, das sie betreiben. Klar: Es gibt auch eine Menge nicht-pekuniärer Argumente für das große Sportfest, vor dessen Fernsehbildern sich alle vier Jahre im Sommer Menschen verschiedener Kulturen zusammen finden – und während der Winterspiele auch recht viele.

          Evi Simeoni

          Sportredakteurin.

          Und der französische Präsident Emmanuel Macron, der nach Lausanne kam, um für Paris zu werben, wollte sicher nicht nur dem IOC Zucker geben, als er betonte, dass die olympischen Werte der Welt mit ihren aktuellen Spannungen und Zweifeln gut tun. Aber, wir wissen es längst, Olympia ist auch eine riesige Geld-Umwälzmaschine. Will man also nicht nur erfahren, was Tolles auf den Laufbahnen und Skipisten geschieht, sondern wieso gerade dann und gerade dort, ist es wenig ratsam, sich im Katalog der olympischen Werte zu informieren. Besser ist es, der Spur des Geldes zu folgen.

          Wer das nicht weiß, musste sich zuletzt ein bisschen orientierungslos fühlen in dem surrealen Zirkus, den das IOC in Lausanne beim Kandidaten-Briefing (offiziell für 2024) und bei seiner außerordentlichen Vollversammlung aufführte. Sehr spannend, alle Fragen offen: So die mühsam hoch gehaltene offizielle Version, der niemand laut zu widersprechen wagte. Dass das IOC sein Geschäft aber so nachlässig betreiben würde, dass es Hunderte von Millionen schwere Fragen schleifen ließe, ist nicht anzunehmen und sähe dem pragmatischen Präsidenten Bach auch überhaupt nicht ähnlich. Gerade wenn es ums Geschäft geht, hat er immer einen Plan. Was also geschah wirklich in diesen Lausanner Tagen?

          Nachdem die Exekutive unter Bachs Führung die Vorlage ausgearbeitet hatte, beschloss am Dienstag die außerordentliche Vollversammlung einstimmig, die Olympischen Spiele 2024 und die Spiele 2028 im September gleich im Paket zu vergeben. Vor der Entscheidung der Mitglieder mussten alle vorausgreifenden Hintergrund-Verhandlungen natürlich heruntergespielt werden, so vernünftig sie angesichts der lediglich zwei übrig gebliebenen Kandidaten Paris und Los Angeles auch sein mochten. Man wollte weder den einen noch den anderen starken Bewerber verlieren. Aber wer von beiden muss sich nun vier Jahre gedulden? Seit diese Frage im Raum steht, klopfen Medien-Leute und andere Kaffeesatzleser jedes Wort der Offiziellen und der Bewerber mit ihren feinen Interpretationshämmerchen ab.

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          Das Ergebnis: Paris hielt beharrlich an 2024 fest, auch beim IOC-Schaulaufen am Dienstag, bei dem sich die Kandidaten 45 Minuten lang den Mitgliedern präsentierten. Los Angeles zeigte sich zugänglicher. Bürgermeister Eric Garcetti, der im übrigen Macron in Sachen juveniler Überzeugungskraft in nichts nachsteht, sagte in Lausanne: „Wir könnten die Spiele in zwei Monaten oder zwanzig Jahren austragen.“ So bereit sei die Stadt. Und Bewerbungs-Chef Casey Wasserman machte klar: „Wir haben nie ein Ultimatum gestellt wegen 2024. Wir glauben nicht an Ultimaten. Wir glauben an Partnerschaft.“ Paris ’24 und Los Angeles ’28 ist also die wahrscheinlichste Option.

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