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Veröffentlicht: 11.06.2017, 20:30 Uhr

World League in Teheran Frauen bleiben beim Volleyball ausgesperrt

Frauen ist in Iran der Besuch von Volleyballspielen von Männern offiziell untersagt. Der internationale Verband scheitert beim Versuch, dem Verbot entgegenzuwirken. Und manche machen ihrem Ärger deutlich Luft.

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© Picture-Alliance Volleyball in Iran bleibt eine Sache für Männer.

Bei den Spielen zur World League der Volleyball-Nationalmannschaften in der iranischen Hauptstadt Teheran hat es auch in diesem Jahr keinen freien Zutritt für Frauen gegeben. Während der Spiele der iranischen Volleyballspieler am Freitagabend gegen Belgien (3:2) und am Samstag gegen Serbien (1:3) saßen zwar angeblich bis zu 300 Frauen in der Asadi-Halle im Westen Teherans, sie sind aber nahezu ausschließlich durch persönliche Beziehungen und Zuteilungen von Tickets in die Halle gekommen.

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Schon vor den Spielen hatte es Hinweise darauf gegeben, dass der iranische Volleyball-Verband einigen Frauen Karten würde zukommen lassen, sofern diese sich ruhig verhalten und daraus kein politisches Kapital schlagen würden. Für Frauen, die sich online Karten kaufen wollten, hieß seit Freischaltung der Website in der vergangenen Woche, die Tickets seien vergeben, es gebe nicht genügend Karten für die Nachfrage der Frauen. Die Fernsehaufnahmen zeigten zahlreiche leere Plätze auf den Männertribünen.

Ein Zuschauer machte seinem Ärger über die diskriminierende Politik auf Twitter Luft, in dem er ein Bild seiner Ehefrau auf seinem Tablet-Computer in die Höhe hielt, fotografierte und schrieb: „In einem gerechteren Paralleluniversum ist meine Frau, die ein größerer Sportfan ist als ich, mit meinem Sohn im Stadion.“ Andere Beobachter stellten mit Blick auf die anwesenden Frauen fest, dass es für diese wohl „halal“, also nach islamischen Recht erlaubt sei, bei Volleyball-Spielen zuzusehen.

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Der internationale Volleyball-Verband FIVB ist damit auch in diesem Jahr daran gescheitert, die Nichtdiskriminierungsklauseln seiner „Verfassung“ genannten Verbandsordnung durchzusetzen. Eine Sprecherin teilte gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit, man habe in den vergangenen Jahren „großartige Fortschritte gesehen“. Es sei noch ein weiter Weg zurückzulegen, aber man habe sich hundertprozentig dazu verpflichtet, sicherzustellen, dass Frauen Volleyballveranstaltungen besuchen dürften und die Gleichberechtigung eingehalten wird. Frauen ist in Iran seit 2012 der Besuch von Volleyballspielen von Männermannschaften offiziell untersagt. Seither ist es der FIVB nicht gelungen, gleichberechtigte Bedingungen für den Zugang zu Volleyballspielen durchzusetzen.

Das gleiche Verbot gilt bereits seit der Islamischen Revolution von 1979 für den Besuch von Fußballspielen. Frauen kämpfen seit Jahren für einen Zugang auch zu Fußballspielen, immer wieder werden als Jungen verkleidete Mädchen von Sicherheitskräften geschnappt. An diesem Montag hat die iranische Fußball-Nationalmannschaft im Heimspiel gegen Usbekistan die Chance, die Qualifikation für das Turnier in Russland im kommenden Jahr zu schaffen. Für den Fall eines Sieges rechnen die Sicherheitsbehörden mit Millionen Teilnehmern an Straßenfesten. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden vor dem Hintergrund der islamistischen Anschläge auf das Parlament und den Chomeini-Schrein in Teheran vergangenen Dienstag erhöht.

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