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Ringen : Etappensieg für DRL

Ungewollt zum Revolutionär: der Weingartener William Harth. Bild: Picture-Alliance

Die Deutsche Ringer-Liga (DRL) erzielt einen Sieg auf juristischem Terrain. Der Internationale Ringerverband UWW hat sein Strafandrohungen vorerst zurückgezogen. Ein Hinweis darauf war wohl schon der Kampf des serbischen Olympiasiegers Davor Stefanek.

          Das erklärt im Nachhinein die große Überraschung, dass am vergangenen Wochenende einer der erfolgreichsten Ringer der vergangenen Jahre plötzlich in der Deutschen Ringer-Liga antrat: Davor Stefanek debütierte am vergangenen Samstag für KAV Eisleben beim Kampf gegen Germania Weingarten (12:13). Der Serbe war damit so etwas wie der Vorbote einer Entwicklung, die seit Dienstag offiziell ist: Die Deutsche Ringer-Liga (DRL) hat einen weiteren Etappensieg im Kampf um Startrechte der Sportler ihrer Klubs errungen.

          Der Internationale Ringerverband (UWW) hat die Ende September ausgesprochene Androhung von Sperren gegen in der DRL startende Ringer unmittelbar vor einem am Dienstag anberaumten Gerichtstermin am Verbandssitz im schweizerischen Ort Vevey zumindest vorerst zurückgezogen. Offiziell begründet der Verband seine Entscheidung in einem Schreiben an die betroffenen Nationalverbände damit, dass der Vorsitzende der Disziplinarkommission, Aldo Albanese, in der vergangenen Woche verstorben sei. Dem Verband fehle deshalb das Wissen um die Gründe, die Albanese zu den Strafandrohungen veranlasst hatten. Das Bezirksgericht in Vevey hat nun zu entscheiden, ob die UWW sich grundsätzlich nicht gegenüber ihren Mitgliedsverbänden zu Belangen der DRL äußern darf. Es darf aber daovn ausgegangen werden, dass die UWW lediglich einen eleganten Ausgang suchte aus der Geschichte: Präsident des Verbands ist Nenad Lalovic - ein Serbe. Ihm werden enge Beziehungen zum Stefanek nachgesagt. Stefanek dürfte sich also vor seinem Start in der DRL schlau gemacht haben.

          „Wir sind froh, dass die von der UWW Ende September beschlossenen Sperren vom Tisch sind und unsere Ringer keinerlei Fesseln mehr unterliegen. Der Einsatz des serbischen Olympiasiegers Davor Stefanek, Landsmann von UWW-Präsident Nenad Lalovic, am letzten Samstag in Eisleben war ein deutliches Zeichen, dass die Topathleten in unserer Liga auf die Matte gehen wollen“, sagt DRL-Geschäftsführer Markus Scheu. „Wir werden weiter alles daransetzen, mit der Deutschen Ringerliga Sport auf allerhöchstem Niveau zu präsentieren, denn Ringen kann mehr.“

          Die DRL ist ein unabhängig vom Deutschen Ringerbund (DRB) und in Konkurrenz zur Ringer-Bundesliga organisierter Mannschaftswettbewerb von fünf früheren Bundesliga-Spitzenklubs, die nach Auseinandersetzungen mit dem DRB wegen größerer Mitspracherechte einen eigenen Ligabetrieb gegründet haben. Ziel der Klubs ist es, unter dem Dach des DRB auf Basis eines Grundlagenvertrags eine Liga eigenständig organisieren zu können. Ein Gericht in Fürth hat beide Seiten zu Gesprächen verpflichtet. Eine Einigung ist aber nicht in Sicht, zumal der DRB die deutschen DRL-Ringer von seinem Wettkampfbetrieb ausgeschlossen hat.

          Quelle: F.A.Z.

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