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Erhöhte Luftfrachtkosten : „Das ist eine Hiobsbotschaft“

  • -Aktualisiert am

Die Bahnradfahrer, hier im Bild die deutschen WM-Goldmedaillengewinnerinnen Miriam Welte (links) und Kristina Vogel, müssten bei einer Kostenerhöhung umplanen. Bild: dpa

Die Lufthansa erhöht ihre Transportkosten für Über- und Sportgepäck. Dies trifft die Spitzensportverbände hart, deren Budgetplanungen teils völlig über den Haufen geworfen werden. Die Konsequenzen sind verheerend.

          Die Erhöhung der Frachtkosten bei der Lufthansa hat den deutschen Spitzensport alarmiert. „Das ist eine Hiobsbotschaft für die Spitzenverbände“, sagt der Generalsekretär der Deutschen Triathlon-Union (DTU), Matthias Zöll, der F.A.Z. auf Anfrage. Seit dem 18. April gilt das neue Preismodell für Über- und Sportgepäck, das die Verbände aufgrund der für 2018 abgeschlossenen Budgetplanungen hart trifft.

          Die zusätzlichen Kosten für den Bund Deutscher Radfahrer bei einer Reise zu einem Wettkampf im Westen der Vereinigten Staaten mit 20 Bahnradsportlern, die häufig mit vier Fahrrädern pro Athlet und einem größeren zusätzlichen Gepäckstück anreisen, betragen 24.000 Euro für Hin- und Rückflug. Die DTU muss bei gleicher Destination und gleicher Anzahl an Sportlern 8000 Euro mehr bezahlen, falls jeder Triathlet ein Fahrrad und ein größeres zusätzliches Gepäckstück mitnimmt. Der Jahresetat des Verbandes liegt zwischen 250.000 und 300.000 Euro.

          „Wir müssen Sportler streichen“

          „Die logische Konsequenz ist, dass wir im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel unsere Ausgaben umschichten und somit zwangsläufig Sportler von Wettkampfreisen streichen müssen“, sagte Zöll. Ein Sprecher der Lufthansa erklärte auf Nachfrage, dass der Luftfahrtkonzern „die Gebühren marktgerecht“ angepasst habe.

          Dass deutsche Sportler auf ihren Reisen billigere Airlines nutzen, ist häufig nur schwer realisierbar. „Da die Lufthansa Group auf innerdeutschen Strecken quasi ein Monopol innehat, gestaltet es sich oftmals schwierig, eine Alternative zu finden“, erklärte Zöll. Auch bei Flügen innerhalb und außerhalb der Europäischen Union gibt es Routen, die von Deutschland aus nur die Lufthansa fliegt. Die Nutzung mehrerer Airlines oder verschiedener Transportmittel auf solchen Reisen sei aufgrund der damit verbundenen Umstiege sowie des mehrfachen Ein- und Auscheckens meist keine Lösung, da so – gerade vor Wettkämpfen – wichtige Zeit für Vorbereitung und Regeneration verlorengehe.

          „Das sind alles Umstände, die die Athleten viel Kraft kosten. Das sind keine optimalen Bedingungen, wenn man will, dass die Athleten bei einem Wettkampf ihre optimale Leistung bringen“, fügte Zöll hinzu. Auf die Reaktion der Verbände hin hat Lufthansa die neue Preisregelung für Spitzensportverbände vorerst auf Eis gelegt, wie die F.A.Z. aus Verbandskreisen erfuhr. Der Luftfahrtkonzern wollte dies jedoch nicht bestätigen: „Wir können den Wunsch der Verbände nach budgetärer Planbarkeit für 2018 nachvollziehen und stehen hierzu mit ihnen im Austausch. Zu Details äußern wir uns nicht“, sagte ein Sprecher auf Nachfrage.

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