29.09.2008 · Das DOSB-Präsidium hat es für notwendig erachtet, seinen Präsidenten Thomas Bach vom Verdacht der Vermischung von beruflichen Interessen mit dem Ehrenamt freizusprechen. Hintergrund sei die „neuerliche Berichterstattung einiger Medien“.
Von Evi SimeoniDas Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) hat es für notwendig erachtet, seinen Präsidenten Thomas Bach vom Verdacht der Vermischung von beruflichen Interessen mit dem Ehrenamt freizusprechen. In einer Erklärung bescheinigt das Gremium dem Vizepräsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), dass er die „Regen zur Trennung zwischen Beruf und Ehrenamt jederzeit eingehalten hat“.
Dem DOSB seien die beruflichen Tätigkeiten des Wirtschaftsanwalts Bach ebenso bekannt wie sein Amt als Präsident der Arabisch-Deutschen Industrie- und Handelskammer. Bach hatte zudem jahrelang einen Beratervertrag mit dem Siemens-Konzern.
Sabah ist höchstens als IOC-Mitglied Bachs Kollege
Hintergrund der Erklärung, heißt es von Seiten des DOSB, sei die „neuerliche Berichterstattung einiger Medien“. Dort wird immer wieder auf die Nähe Bachs zu Wilhelm Schelsky hingewiesen, dem früheren Chef der Scheingewerkschaft AUB, die von Siemens finanziert worden sein soll. Gegen Schelsky wird zurzeit vor dem Landgericht Nürnberg verhandelt (Siehe auch: Korruptionsprozess gegen Siemens: „Die Zahlen bitte etwas lauter“).
Erst jüngst hatte der „Spiegel“ berichtet, Bach habe in einer Mail an Siemens-Vorstand Rudi Lamprecht, in der es um eine Investition der kuweitischen Regierung ging, Energieminister Scheich Ahmed al-Sabah als seinen „Freund und Kollegen“ bezeichnet. Sabah ist höchstens als IOC-Mitglied Bachs Kollege.
„Gespräche über berufliche Interessen selbstverständlich“
Das DOSB-Präsidium beruft sich auf Feststellungen des eigenen Corporate-Governance-Beauftragten Jürgen Thumann, des Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie. Zudem wird eine Stellungnahme der IOC-Ethik-Kommission zitiert, wonach „. . . es keinen Grund gibt, anzunehmen, dass (Bach) nicht in Übereinstimmung mit dem IOC-Ethik-Code und seinen Anwendungsrichtlinien gehandelt hat“.
Weiter heißt es in der DOSB-Erklärung: „Dass ehrenamtliche Funktionsträger in Sport, Kultur, Wirtschaft und Politik miteinander auch über berufliche Interessen sprechen dürfen, ist eine Selbstverständlichkeit.“