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Wiener Dopingaffäre Blutzentrifuge in Budapest entdeckt

06.04.2009 ·  In Budapest ist eine Blutzentrifuge entdeckt worden, die vermutlich zu Dopingzwecken missbraucht wurde. Der verhaftete Sportmanager Matschiner hatte die Ermittler wohl auf die Spur hingewiesen. Noch ist nicht erwiesen, dass auch Radprofi Kohl mit Hilfe dieser Maschine gedopt wurde.

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Auf der Suche nach einer für Blutdoping in Österreich benutzten Blutzentrifuge sind ungarische Ermittler am Wochenende in Budapest fündig geworden. Nach Angaben eines Polizeisprechers vom Montag in Wien soll nun untersucht werden, ob es sich bei dem Gerät um die Zentrifuge handelt, die der österreichische Sportmanager Stefan Matschiner unter anderem für das Blutdoping des gesperrten Radprofis Bernhard Kohl eingesetzt haben soll. Das Gerät wurde auf einen entsprechenden Hinweis im Rahmen der österreichischen Doping- Ermittlungen in einer Privatwohnung sichergestellt.

Matschiner soll nach Presseberichten in der vergangenen Woche zugegeben haben, Kohl und der ebenfalls gesperrten Triathletin Lisa Hütthaler beim Blutdoping geholfen zu haben. Er sitzt zurzeit in Wien in Untersuchungshaft. Radprofi Kohl hatte in der vergangenen Woche vor Journalisten das Blutdoping eingestanden und Matschiner dabei schwer belastet. Kohl gab unter anderem zu, zusammen mit zwei weiteren Berufssportlern die Blutzentrifuge gekauft zu haben und insgesamt dreimal bei dem Wiener Blutplasmazentrum Humanplasma Blut-gedopt worden zu sein.

Noch nicht sicher, ob es sich ums Wiener Gerät handelt.

Ob es sich bei der jetzt beschlagnahmten Zentrifuge um das von Kohl erwähnte Gerät handelt, steht nach Angaben der Polizei noch nicht fest. Inzwischen gerät die Firma Humanplasma nach einem Bericht der Tageszeitung „Kurier“ (Montag) immer mehr unter Verdacht, an der Blutdoping-Affäre beteiligt gewesen zu sein. Matschiner soll das Gerät bei Humanplasma im Auftrag der drei Sportler gekauft haben.

Die Staatsanwaltschaft Wien hatte ihre Ermittlungen gegen die Firma zwar im März eingestellt, da Blutdoping in Österreich bis August 2008 nicht strafbar war. Neue Ermittlungen im Rahmen der jüngsten Aussagen von Kohl und Hütthaler seien jedoch denkbar, hieß es bei der Staatsanwaltschaft. Laut „Kurier“ sollen Dutzende Sportler Kunden bei dem Wiener Unternehmen gewesen sein. Eine „Behandlung“ habe 2000 Euro gekostet, will das Blatt erfahren haben.

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