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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Trainer Goldmann gegen DLV Sie wollen reden - aber nicht vor Gericht

16.02.2009 ·  Keine Einigung: Der Gütetermin im Rechtsstreit des dopingbelasteten, ehemaligen Bundestrainers Werner Goldmann mit dem deutschen Leichtathletikverband scheiterte. Ein Urteil muss es trotzdem nicht geben.

Von Christoph Becker, Darmstadt
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Es war ein Gütetermin von vielen am Montagvormittag am Arbeitsgericht in Darmstadt. Richter Sebastian Langenfeld war sich noch eine halbe Stunde, bevor das Verfahren zum Aktenzeichen 12 Ca 601/08 aufgerufen wurde, nicht sicher, ob die beiden Streitparteien den Weg finden würden - schließlich waren schon zwei andere Termine verschoben worden, weil der Schnee über Nacht auch nach Südhessen gekommen war.

Doch sowohl Werner Goldmann, bis zum Ende des vergangenen Jahres Leichtathletikbundestrainer, als auch Frank Hensel, Generalsekretär des Deutschen Leichtathletikverbandes (DLV), erschienen mit ihren Rechtsvertretern rechtzeitig im Sitzungssaal 6. In der Verhandlung gab es keine Überraschung: der Gütetermin scheiterte.

Acht Verträge hatte Goldmann mit dem DLV

Goldmann hält seine Klage gegen den DLV aufrecht, möchte weiter als Bundestrainer mit dem Zweiten der vergangenen Weltmeisterschaft, dem Diskuswerfer Robert Harting arbeiten. Der DLV hatte Goldmann seit 1991 beschäftigt, mit ihm insgesamt acht, jeweils befristete Arbeitsverträge abgeschlossen, der letzte stammt vom Dezember 2006. Doch einen neunten soll es nicht geben. Goldmann hatte vor den Olympischen Spielen in Peking die Ehrenerklärung des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) unterschrieben und versichert, nie Dopingpraktiken angewandt zu haben. Sein früherer Sportler, der DDR-Kugelstoßer Gerd Jacobs hatte jedoch ausgesagt, von Goldmann mit Anabolika versorgt worden zu sein.

Auf Empfehlung des DOSB hatte der DLV Goldmann nun keinen neuen Vertrag mehr unterbreitet. Im Januar hatte der Verband Goldmann zusätzlich gekündigt. Die dauerhafte Anstellung auf Basis einer Kette befristeter Verträge könnte rechtlich möglicherweise auch als dauerhaftes, faktisch unbefristetes Arbeitsverhältnis gewertet werden.

Die gesellschaftliche Dimension und der Einzelfall

„Die Probleme der Dopingvergangenheit werden wir hier nicht lösen können“, sagte Richter Langenfeld während der Verhandlung. Er meinte damit die gesellschaftliche Dimension des spätestens durch den Goldmann unterstützenden, offenen Brief von 20 Sportlern (siehe: Spezial zum Fall Goldmann: Versagen der Athleten und Fall Goldmann: Leichtathleten protestieren gegen „Bauernopferjagd“) und die Replik der DOSB-Spitze (siehe: Fall Goldmann: DOSB lehnt allgemeine Amnestie für DDR-Trainer ab) exemplarisch gewordenen Falls.

Bei der rechtlichen Betrachtung des Einzelfalls kann es dagegen durchaus darauf ankommen, ob durch eine Dopingvergangenheit das Vertrauensverhältnis des Verbands zum angestellten Trainer zerstört und damit ein Kündigungsgrund gegeben ist. Vor Gericht äußerte sich Goldmann auch auf Nachfrage des DLV-Anwalts Georg Engelbrecht nicht zu Jacobs' Aussagen. Sein Anwalt Reinhardt Kuznik verwies auf die Einstellung des Strafverfahrens wegen Köperverletzung durch Doping gegen Goldmann 1996. Damals zahlte der Trainer eine Geldauflage, vorbestraft ist er nicht.

Treffen vor dem 9. April

Im nächsten Verhandlungstermin, den Richter Langenfeld für den 9. April ansetzte, könnten diese Fragen diskutiert werden - wenn er denn stattfindet. Denn einerseits betonte Anwalt Kuznik, dass Goldmann „mit Leib und Seele“ Trainer sei und bleiben möchte. Sein Mandant habe ihm deutlich gemacht, dass er eine Beendigung des Verfahrens gegen eine Abfindung durch den DLV nicht anstrebe.

Andererseits, und auch hier war dieser Gütetermin einer von vielen, richtete sich der Richter mit Worten an den Kläger, die durchaus als Hinweis verstanden werden können: „Sie wollen doch Bundestrainer bleiben, auf diesem Niveau arbeiten, und nicht unbedingt in der Leichtathletiksparte von Darmstadt 98“, sagte Langenfeld zu Goldmann. Kuznick regte ein intensives Gespräch unter den Streitparteien an - ohne die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit, aber unter Einbeziehung der in den Streit involvierten Interessenvertreter. Der DLV werde sich mit seinem langjährigen Angestellten zusammensetzen, kündigte Generalsekretär Hensel an.

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Jahrgang 1978, Sportredakteur.

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