17.07.2012 · Nachdem der Radprofi Fränk Schleck bei der Tour de France positiv auf das Diuretikum Xipamid getestet worden ist, beantragt der Luxemburger die Öffnung der B-Probe. Auf der ersten Pyrenäenetappe beherrscht das Thema die Tour.
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Doping ist (leider) allgegenwärtig in Sportarten in denen
Teilnehmer Millionensummen bekommen (nicht verdienen). Wann hätte
man jemals von einem gedopten Tontaubenschützen oder einer gedopten
Stabhochspringerin gehört (getestet werden diese wie alle anderen auch).
Leider ist die dafür vorgesehene Strafe von 2 Jahren Sperre nicht
zielführend. Mein Vorschlag wäre: Keine Sperre, dafür
aber die Rückzahlung sämtlicher erzielten Einnahmen der
letzten x Jahre ab Zeitpunkt der Aufdeckung. Wer hätte denn wohl
etwas davon wenn ein H. Armstrong endlich überführt würde
und dann für die Sportjahre 2013 und 2014 gesperrt wird ? Die
allermeisten Teilnehmer der TdF oder ähnlicher Sportarten dopen
doch nicht des Ruhmes wegen, sondern wegen der dann auf sie wartenden
lukrativen Neuverträge und Sponsorengelder.
Jeder Sportart seinen Dopingfall
Was die Sportschützen angeht, da gab es bei den letzten Olympischen
Spielen mindestens einen Dopingfall, der öffentlich gemacht wurde.
Bei dem eingenommenen Mittel handelte es sich selbstverständlich
nicht um ein Präparat zur Steigerung der Muskel- oder der
Schnellkraft, sondern um einen kleinen Helfer gegen das
Zitterhändchen (nein, es war kein Alkohol ;-)).
Geld ist der eine kleine Teufel, der Drang zu Ruhm und
übersteigertes Ego der andere. Ehrbare Sportsmänner im
olympischen Sinne gibt es jedenfalls nur noch wenige.
Unglaublich? Doping im Radsport? Das gab es noch nie!
Im Ernst: Wer glaubt noch an sauberen Radsport?
Jeder weitere Kommentar ist überflüssig.
Dopingkontrollen auch anderswo
Mich würden die Ergebnisse aus anderen Sportarten, vor allem im von
vielen so hoch gelobten Fußball, interessieren würden sie mit
dem gleichen Ehrgeiz geführt wie im Radsport.
Ich möchte wetten wir müßten uns auch rückwirkend
von manchem Idol verabschieden.
Oder 4.
Es gibt sogar noch mehr mögliche Erklärungen. Eine recht
plausible ist die halbherzige Verfolgung der Einhaltung der
Anti-Doping-Regeln in den anderen Sportarten.
Der Radsportler wird nachts aus dem Bett gerissen und muss seine Probe
abgeben und wird dies auch ohne Beanstandungen tun, der
Fußball-Spieler weigert sich, die Tennis-Spielerin grinst und sagt
(in etwa) 'Sie können mich mal'.
Folgen hat nur der Radsportler zu fürchten.
Ausschließen kann man nichts
Aber es gibt einen Grund, warum der Radsport so genau kontrolliert wird.
Nämlich den, dass selbst bei LariFari-Kontrollen
regelmäßig Treffer gelandet wurden.
Daraus können Sie jetzt dreierlei erklären (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
1. der Radsport war zu arm, um sich anständige/ nicht nachweisbare
Präparate zu besorgen
2. der Radsport war zu dumm, um selbst die Halbtagskontrolleure zu überlisten
3. die Dopingdichte beim Radsport ist entscheidend höher
Es ist ein gutes Zeichen, dass der Profiradsport immer wieder mit
solchen Schlagzeilen aufwartet, denn es zeigt, dass diese Sportart das
Thema Doping nicht als vernachlässigbare Randerscheinung
betrachtet.
Es bleibt zu hoffen, dass die Sponsoren diesen – im Vergleich zu
anderen Sportarten viel aggressiveren - Kampf der UCI honorieren.
Leider würdigen die Sportjournalisten die Vorbildfunktion des
Radsports wenig: Es können noch so viele Fußballer
plötzlich auf dem Spielfeld umkippen und versterben, Fragen werden
nicht gestellt. Es können noch so viele im Radsport als Beteiligte
am Doping überführte Ärzte herumlaufen, die sich
unwidersprochen rühmen auch mit (großen) professionellen
Fußballvereinen zusammenzuarbeiten, der Fußball bleibt
unangetastet. Die Medien müssen sich fragen lassen, ob sie die
Akzentuierung in der Berichterstattung richtig setzten und ihren Job
machen. Dies gilt umso mehr als diese Blindheit letztlich
stigmatisierend wirkt und alle Bemühungen der UCI untergräbt.
Tour de France gehört abgschafft
Solange sich immer noch Sponsoren in welcher Form auch immer finden, wird sich im Radsport nichts ändern. Das Problem sind nicht die Sportler, sondern die Sponsoren die die Rennställe unterstützen. Ohne Sponsoren kein Rennsport, so einfach ist das.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 18.07.2012 12:52 UhrWelche Logik steckt dahinter?
Warum sind denn bitte die Sponsoren schuld daran? Wenn schon, dann
müssten man doch die Zuschauer in Frage stellen.
Weiterhin ist die generelle Forderung die TdF abzuschaffen ja ein
Armutszeugnis sondergleichen. Man gibt den Kampf für einen sauberen
Sport bzw. eine saubere TdF auf, weil trotz aller bisherigen
Bemühungen weiterhin betrogen wird?
Und Ihrer Logik folgend, geht man dann jede andere Sportart auch so an?
Überall wo es positive Fälle gibt und die Sportler trotz aller
Bemühungen weiter dopen, wird dann die Sportart verboten?
PS: Klar ist die TdF nicht in Deutschland. Und ich kenne mich mit dem
franz. Recht nicht aus. Aber zumindest in Deutschland wäre so ein
Vorschlag rechtswidrig.
Viel sinnvoller wäre es, von staatlicher Seite aus, den Dopingkampf
besser zu unterstützen. Viel mehr Geld für Dopingtest bzw.
Verfahren und endlich ein Antidopinggesetz.
In der Schweiz, in der Schweiz, in der Schweiz
Wenn man den Blick mal etwas weiter hebt, werden Strukturmerkmale
sichtbar. Die UCI kriegt ihren Laden nicht in den Griff. FIFA und UEFA
auch nicht. Das IOC nicht. Ungezählte weitere internationale
Sportverbände und -organisationen haben ihren Sitz - richtig, in
der Schweiz. Jawohl, und der CAS auch.
Übrigens, die Steuerhinterziehung. Sie hat ihren 'Sitz' auch in der
Schweiz. Zufall, alles.
Gegen Kohl, Schäuble und Lamsdorf ...
... ist Herr Blatter ein Waisenknabe. Was heisst eigentlich nur in der Schweiz fündig wird ? Hat man auch in anderen Ländern gesucht ? Gerne verzichtet die Schweiz auf die paar Milliarden deutschen Schwarzgelds, ehrlich gesagt, geht das der Schweizer Banklandschaft am A... vorbei. Der Zulauf aus Griechenland ist gerade enorm, auf diesen Umweg kommen dann die Steuereinahmen deutscher Steuerzahler auch wieder in die Schweiz. Danke fürs Retten !
Ja klar, lieber Herr Liesaus, FIFA-Blatter ist ein ehrenwerter Schweizer
Und daß man bei 'Steuer-CDs' nur in der Schweiz fündig wird, ist sooo gemein. Na gut, in Liechtenstein auch.
In der Schweiz ...
... hat man zudem auch noch ein faires und transparentes Steuersystem, was sicherlich hilfreich ist wenn man für eine der genannten Institutionen einen geeigneten Standort sucht. Deutschland kommt da sicherlich nicht in Frage. Dort wird besteuert was das Zeug hält um die Mittel für mittellose Griechen zu bekommen. Juhu, wir retten Europa. Was muss man rauchen um in Deutschland noch Steuern zu zahlen ? Ganz anm Rande erwähnt, die Steuerhinterziehung ist eine deutsche Erfindung mit Sitz in Deutschland, hier in der Schweiz liegt höchstens das Geld.
als wenn ein noch so trainierter Mensch fast jeden Tag 4 bis 6 Stunden permanent um die 300Watt Leistung aus seinem Körper rausholen könnte! Natürlich sind alle Tourteilnehmer gedopt, schließlich sind die Randsportarten nur Testfelder für die wirklich lukrativen Sportarten - was dort nachgewiesen werden kann, wird später im Fußball, Basketball, Football und überall dort, wo es nicht mehr um Millionen sondern Milliarden geht nicht eingesetzt. So einfach ist kommerzieller Sport.
Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.07.2012 14:49 UhrIch habe selbst...
Leistungssport betrieben (Basketball und Zehnkampf), von daher glaube ich sehr wohl "einen Schimmer" davon zu haben, was ein menschlicher Körper ohne Doping zu leisten in der Lage ist. Ihre ad hominis sind von daher kein Argument, sondern nicht mehr als ein Angriff auf meine Person.
@ Jan Frisch: So einfach?
Herr Frisch, ist Ihr Bild vom kommerziellen Sport nicht doch etwas ZU
einfach gemalt?
Sie glauben also daran, dass sich Radprofis über ein ganzes
Jahrzehnt durch ständiges Doping in der Weltklasse halten
können, ohne schwere sichtbare gesundheitliche Schäden aufzuweisen!?
Sie sollten zur Kenntnis nehmen, dass erstens das Radrennfahrerherz das
größte und leistungsfähigste Herz aller Sportler ist und
dass zweitens der Gewinn an Leistung durch Doping im geringen
einstelligen Prozentbereich liegt. Mit anderen Worten: Gut trainierte
Radrennfahrer schaffen die Rennstrecken und Bergetappen auch ohne Doping.
Warum...
hat dann jeder Profiradsportler einen Allergiepass von der Länge
eines Telefonbuches? Warum wird immer wieder kolportiert, dass die
Radrennfahrer sich nächtens alle auf dem Hotelflur treffen, weil
keiner von ihnen schlafen kann, weil sie sich ständig in Bewegung
halten müssen?
Recht geben muss ich Ihnen natürlich, dass ich dies als Meinung
hätte kenntlich machen müssen - aber angesichts derart
offensichtlicher Fakten fällt das manchmal einfach schwer.
Formulieren Sie bitte Ihre Meinung ein wenig sauberer
Zwischen Tatsachen und Meinung besteht ein Unterschied. Sie können
natürlich der Meinung sein, alle TdF Teilnehmer sind gedopt, aber
stellen Sie dies nicht als Tatsache da. Weil Sie es erstmals
überhaupt nicht wissen und es für Sie sogar rechtlich Folgen
haben könnte (z.B. eine Unterlassungserklärung). Ich rate
Ihnen deshalb, ein wenig vorsichtiger zu argumentieren.
Weiterhin zu der Leistung und der TdF. Fakt ist, Doping bringt im
Spitzensport eine Leistungssteigerung von ca. 2-5 Prozent. D.h.
(Fiktion) das jetzige Feld sei komplett gedopt, würde diese Fahrer
es auch ungedopt jederzeit schaffen und keinem würde was auffallen.
Und das mit den "Testfelder" ist doch ein Witz oder? Das ist
doch eine Verschwörung die Sie sich zu 100% ausgedacht haben! Das
ist so abwegig und entbehrt wirklich jeder Grundlage. Haben Sie dazu
auch nur den geringsten Beweis o.ä.?
Im Spitzensport sowie dessen Abbild in den Medien wechseln ständig Unsummen Geldes ihren Besitzer, da ist die Verführung groß. Ich denke, dass das Problem unlösbar ist, solange man sich nicht international auf eine einheitliche juristische Bewertung sowie ein einheitliches System zur Verfolgung und vor allem Bestrafung einigen kann, was v. a. die "Hintermänner" einschließt. Letzteres ist sicher leichter gesagt als getan, daher sollten die Folgen für die Ertappten so schmerzlich sein, dass die aktive Beteiligung an dieser Fom des Betrugs für Sportler, Ärzte und Sonstige unattraktiv wird.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 18.07.2012 12:02 UhrSo wird dies nie kommen.
"nicht international auf eine einheitliche juristische Bewertung
sowie ein einheitliches System zur Verfolgung und vor allem Bestrafung
einigen kann"... Sie meinen ja nicht das Sportrecht. Weil da gilt
dies ja. Aber ansonsten wird es so was nie geben. Weil es so eine
Regelung ja für kein einziges Vergehen überhaupt gibt. Oder
kennen Sie irgendeines?
Anderseits würde ja schon ein nationales AntiDopinggesetz viel
bewirken. Weil momentan werden ja z.B. in Deutschland i.d.R. ja gerade
die "Hintermänner", s. Erfurt erwischt bzw. gegen diese
ermittelt und nur dadurch die Doper auch belangt. Ganz selten ist es ja andersherum!
Ich bin z.B. auch für ein nationales Gesetzt. Den Sportlern
müsste der Gewinn "abgeschöpft" werden und dazu noch
eine entsprechende Strafe. Nur findet sich dafür in der
Bevölkerung, Politik... keine Mehrheit.