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Scharfe Kritik am Bundesinnenministerium Neun Monate und keine Antwort

12.12.2008 ·  Dagmar Freitag kritisiert das Innenministerium

Von Anno Hecker
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Die sportpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Dagmar Freitag, hat die Aufklärungsbereitschaft des Bundesinnenministeriums (BMI) angesichts möglicher Mängel bei der Übernahme des neuen Anti-Doping-Kodex durch deutsche Verbände in Frage gestellt: „Auf unmissverständliche Fragen zur Umsetzung des Codes an das BMI haben wir ebensolche Antworten erwartet. Fehlanzeige“, erklärte Frau Freitag.

Sie hatte das BMI, das den Spitzensport mit Steuergeldern fördert, unter anderem aufgefordert zu klären, ob es Verbände im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) gibt, die den Kodex der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) trotz einer Verpflichtung noch nicht in ihre Satzung aufgenommen haben (siehe: Doping-Kodex: „Das ist ein Schlag ins Gesicht für alle Sportler“). „Das BMI teilte mit, dass das Bundesverwaltungsamt seit neun Monaten die Berichte der Verbände für das Jahr 2007 prüft“, sagte die SPD-Politikerin.

„Vorweihnachtliche Milde“

Für den Fall, dass Verbände die erforderlichen Satzungsänderungen nicht mehr zeitgerecht in Kraft setzten (zum 1. Januar), erhielten sie laut BMI weitere Hilfestellungen. „So viel vorweihnachtliche Milde lässt bei den säumigen Verbänden zweifellos Freude aufkommen und bestärkt und belohnt gleichzeitig diejenigen, die es mit konsequenter Doping-Bekämpfung nicht ernst meinen.“

Auslöser der Nachfrage war unter anderem der Deutsche Eishockey-Bund (DEB), der es bis zum Sommer nicht geschafft hatte, den Nada-Kodex von 2006 in seinen Statuten zu verankern. Deshalb durfte Profi Florian Busch trotz einer verweigerten Kontrolle nicht gesperrt werden (siehe: Der Fall Busch und die Folgen: Der Eishockey-Bund steht nicht allein). Die Klärung der Fragen hat das BMI an den DOSB und die Nada weitergereicht. „An jene Institutionen, die“, sagte Frau Freitag, „schon in der jüngsten Sportausschusssitzung keine Antworten auf die Fragen geben konnten (oder wollten).“

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