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Olympia-Proben 2004 : Positiv nach acht Jahren

  • Aktualisiert am

Spät, aber nicht zu spät kommt der Doping-Befund ans Licht Bild: dapd

Späte Nachlese der Sommerspiele 2004: Bei den Untersuchungen der eingefrorenen Olympia-Proben von Athen gibt es positive Befunde. Dass nun doch noch Doper überführt werden, ist nicht überraschend.

          Bei Nachuntersuchungen von eingefrorenen Doping-Proben der Olympischen Sommerspiele in Athen 2004 hat es positive Befunde gegeben. Das berichtete die Deutsche Presse-Agentur am Montag. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) wollte die Meldung nicht kommentieren.

          Es hatte sich erst auf medialen Druck im Frühjahr hin entschieden, von seinem Recht Gebrauch zu machen und einen Teil der knapp 3000 Kontrollen noch einmal analysieren zu lassen. Nachuntersuchungen von Dopingproben sind bis zu acht Jahre nach den Spielen erlaubt.

          Am 29. August wäre die Frist abgelaufen. Arne Ljungqvist, Chef der Medizinischen Kommission des IOC, hatte vor der Entscheidung für die Nachprüfung davon gesprochen, dass „hundert bis zu mehreren hundert“ Proben für die Aufarbeitung in Frage kämen. Eine Möglichkeit sei es, besonders gefährdete Sportarten und Medaillengewinner herauszugreifen.

          Dass beim zweiten Versuch nun möglicherweise Doper doch noch vor Ablauf der Verjährung überführt werden, ist nicht überraschend. Denn erst im August 2004 hatte das IOC angekündigt, die Proben der Spiele einfrieren und nach einer Verbesserung der Nachweismethoden gegebenenfalls ein zweites Mal überprüfen zu lassen.

          Der Kanadier Richard Pound, IOC-Funktionär und früherer Chef der Welt-Antidoping-Agentur (Wada), hatte damals vom „Beginn einer ganz neuen Ära“ gesprochen. Denn die Manipulateure konnten damals nicht wissen, in welchem Zeitraum bessere Analysemethoden zur Verfügung stehen würden.

          Nachweisbarkeit noch einem deutlich verbessert

          Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ist nach 2004 vor allem die Nachweisbarkeit von anabolen Steroiden noch einmal deutlich verbessert worden. Der Gebrauch von Insulin hatte in Athen nicht getestet werden können. Vier Jahre später waren in Peking 2008 nicht alle zur Verfügung stehenden Nachweisverfahren zur Entdeckung von Dopingmitteln eingesetzt worden.

          Bei Nachtests ergaben sich dann aber sechs positive Fälle. Zu der Gruppe gehörten der deutsche Radprofi Stefan Schumacher, der Italiener Davide Rebellin, Olympia-Zweiter im Straßenrennen, und 1500-Meter-Olympiasieger Rashid Ramzi aus Bahrein.

          In Athen waren 28 Dopingfälle entdeckt worden

          Die Wada hatte vor Monaten erklärt, verbindliche Vorschriften für den Umgang mit Nachtests von olympischen Dopingproben vorantreiben zu wollen. Es sei seit 2004 viel Geld in die Verbesserung der Tests gesteckt worden.

          Dadurch steige die Wahrscheinlichkeit, dass es bei Nachtests positive Fälle gebe. In Athen waren während der Spiele 28 Dopingfälle entdeckt worden, mehr als doppelt so viele wie bei den Sommerspielen in Los Angeles 1984 (zwölf).

          Quelle: F.A.Z.

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