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Veröffentlicht: 04.10.2015, 20:48 Uhr

Hilfe für Doping Opfer Druck für den Sport

Das Leid der DDR-Zwangs-Doping-Opfer soll etwas gelindert werden. Ein großer Erfolg für den Doping-Opfer-Hilfeverein, jedoch ist es noch keine wirkliche Lösung des Problems. Ein Kommentar.

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Was für eine großartige Nachricht am Tag der Einheit! 10,5 Millionen Euro will das Bundesinnenministerium aus dem Bundeshaushalt abzweigen lassen, um die Not von Doping-Opfern zu lindern. Unbürokratisch. Endlich bewegt sich etwas. Endlich bekommen die Geschundenen des DDR-Zwangs-Dopings Aussicht auf bessere Zeiten. Spät, aber für viele noch nicht zu spät, setzt sich der richtige Gedanke in der Regierung durch. Dass man diese Menschen, deren Lebenstraum mit systematischer Manipulation vom Sport zerstört wurde, nicht ignorieren darf, wenn Olympische Spiele freudestrahlend als Bereicherung der Gesellschaft verstanden werden sollen.

Anno Hecker Folgen:

Die Ankündigung der Einmalzahlung ist ein großer Erfolg für den Doping-Opfer-Hilfeverein. Aber sie ist, selbst wenn der Bund dem BMI folgte, noch keine Lösung des Problems. Eine kleine Rente von wenigen hundert Euro für die - geschätzt - 2000 Geschädigten im Namen des Sports lässt sich nicht durchsetzen, obwohl die frühere Rudererin Cornelia Reichhelm den Marathon durch die juristischen Instanzen gewonnen hat. Aber diese Entblößung bei dem Versuch, eine Kausalität zwischen Anabolika-Vergabe und Krankheit oder Gebrechen im besten Alter zu beweisen, ist den meisten physisch wie psychisch Verletzten kaum zuzumuten. Schon der Kampf, im Alltag über die Runden zu kommen, geht an die Grenze und darüber hinaus. Zudem dauern die Prozesse Jahre. Nicht jedem bleibt so viel Zeit. Deshalb gibt es zur Rente nur eine Alternative.

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Neben dem Bund müssen der Sport und im weiteren Sinne auch die Wirtschaft ihrer Verantwortung gerecht werden. Sie alle haben vom Bruderduell in den Arenen gelebt. Der Staatsplan Doping der DDR führte nicht nur zu mehr Medaillen. Das viele Gold des kleinen Arbeiter-und-Bauern-Staates diente westdeutschen Funktionären als Rechtfertigung für ein Wettrüsten - inklusive Manipulation. Viele bis heute gehegten Einrichtungen des Spitzensports bis hin zum Stolz auf Siege deutscher Athleten sind auch auf der Basis eines Kinder-Dopings entstanden. Deshalb ist es dringend notwendig, die in Aussicht gestellten 10,5 Millionen mit Hilfe aller Profiteure zu erweitern. Auf wenigstens 30. Das wäre der Grundstock für eine Stiftung, die allen hülfe. Den Opfern und dem Sport.

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