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Leichtathletik : Gay, Powell und Simpson unter Doping-Verdacht

Gedopt ins Ziel?`Tyson Gay (l.) und Asafa Powell beim Leichtathletik-Meeting (Diamond League) in Lausanne am 4. Juli. In der Mitte der Jamaikaner Nickel Ashmeade Bild: REUTERS

Es ist ein Erdbeben in der Leichtathletik: Einen Monat vor der WM in Moskau werden der schnellste Amerikaner Tyson Gay, der ehemalige 100-Meter-Weltrekordler aus Jamaika, Asafa Powell, und Olympiasiegerin Sherone Simpson positiv getestet.

          Die Sprinter Tyson Gay (Vereinigte Staaten), Asafa Powell (Jamaika) und Sherone Simpson (Jamaika) stehen unter dringendem Doping-Verdacht. Wenige Stunden, nachdem die Nachricht von der positiven A-Probe Gays die Leichtathletikwelt aufhorchen ließ, bestätigte Paul Doyle, der Agent des ehemaligen 100-Meter-Weltrekordlers Powell und seine jamaikanische Teamkollegin Sherone Simpson, dass seine Klienten ebenfalls positiv auf Doping-Stimulanzien getestet worden sind. Nach Doyles Angaben soll es sich um die Substanz Oxilofrin handeln. Diese sei bei den jamaikanischen Meisterschaften festgestellt worden.

          „Ich bestätige, dass eine Probe, die ich bei den nationalen Leichtathletik-Meisterschaften im Juni abgegeben habe, einen positiven Befund hatte“, gab Powell in einer Erklärung zu. Ähnlich äußerte sich Sherone Simpson. Beide gaben auch bekannt, dass in ihren Proben das Doping-Stimulanzmittel Oxilofrin gefunden wurde. Der 30-jährige Powell versicherte ebenso wie Simpson, lediglich Nahrungs- Ergänzungsmittel eingenommen zu haben. „Ich bin optimistisch, dass ihre Namen wieder gereinigt werden“, sagte ihr Manager Paul Doyle.

          Bolt bislang unbelastet

          Powell war 2008 mit Jamaikas Staffel Olympiasieger über 4 x 100 Meter geworden. Er hielt den Weltrekord, ehe er von Landsmann Usain Bolt abgelöst wurde. Dessen Manager versicherte sein Athlet gehöre nicht zu den insgesamt fünf positiv gestesteten jamaikanischen Sprintern. Sherone Simpson gewann 2004 mit Jamaikas Frauen über 4 x 100 Meter Olympia-Gold und holte vergangenes Jahr in London olympisches Staffel-Silber. Nach mehreren Medienberichten soll auch Staffel-Olympiasieger Nesta Carter zu den positiv getesteten Spitzenathleten aus Jamaika gehören. Das berichten unter anderem der britische „Telegraph“, CBS und jamaikanische Quellen.

          Tyson Gay hatte noch vor ein paar Tagen gesagt: „Ich glaube, meine besten Tage kommen noch.“ Das ist für einen beinahe 31 Jahre alten Sprinter schon ungewöhnlich genug, aber seit Sonntag hat es den Anschein, als sei die Karriere des derzeit einzigen ernsthaften Herausforderers von Sprint-Legende Usain Bolt mit einem Schlag vorbei. Oder besser gesagt: mit einem Fund. Da erschütterte die Nachricht von einer positiven Trainingskontrolle, vorgenommen am 16. Mai, die Leichtathletikwelt – sofern das nach all den Doping-Geschichten der Vergangenheit überhaupt noch möglich ist. Jetzt steht sogar Gay unter dringendem Doping-Verdacht.

          „Ich habe jemandem vertraut und wurde im Stich gelassen“

          Jener Gay, der als seriöser Vertreter seines Metiers galt, frei von Allüren, nett, höflich – eben keiner dieser aggressiven Lautsprecher, deren Mundwerk so flott ist wie ihre Beine. Der Mann aus Lexington ist am Sonntag selbst an die Öffentlichkeit getreten, nachdem ihn die amerikanische Anti-Doping-Agentur (Usada) bereits am Freitag darüber informiert hatte, dass er bei einer Trainingskontrolle positiv auf eine verbotene Substanz getestet worden sei. Dies berichtete Gay am Sonntag in einer Telefonkonferenz aus Amsterdam. „Ich habe keine Sabotagegeschichte zu bieten“, sagte er, mit den Tränen kämpfend, „ich habe auch keine Lügen. Ich habe nichts, was es wie einen Fehler aussehen lassen könnte. Ich habe jemandem vertraut und wurde im Stich gelassen.“

          Einen Namen mochte er nicht nennen. „Ich kann es wirklich nicht sagen.“ Auch die Frage, um welche Substanz es sich handelt, mochte Gay nicht beantworten. „Ich muss das erst mit der Usada klären.“ Jetzt will der dreifache Weltmeister von 2007 die B-Probe so schnell wie möglich öffnen lassen, obwohl er eigentlich gar keine große Eile mehr hat. Denn seinen Start bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften vom 10. bis 18. August in Moskau hat er bereits abgesagt. Das große Duell mit Weltrekordhalter, Weltmeister und Olympiasieger Usain Bolt fällt aus.

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