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Leichtathletik : Eine politisch unkorrekte Affäre

  • Aktualisiert am

Läuferin Domínguez: „vergiftetes Geschenk“ Bild: REUTERS

Blutwerte im biologischen Pass der spanischen Läuferin Marta Domínguez deuten auf Doping hin. Der Verband lehnt aber Ermittlungen ab, weil der Fall „zu kompliziert“ sei. Domínguez ist Abgeordnete der konservativen Regierungspartei.

          Die spanische Leichtathletin Marta Domínguez ist abermals in Dopingverdacht geraten. Der Weltverband (IAAF) hatte nach spanischen Medienberichten im biologischen Pass der Läuferin Blutwerte festgestellt, die auf Doping hindeuten sollen. Laut der Madrider Zeitung „El Mundo“ hatte die IAAF den spanischen Verband im Frühjahr aufgefordert, ein Verfahren gegen die Weltmeisterin von 2009 im 3000-Meter-Hindernislauf einzuleiten.

          Der Verband habe es aber abgelehnt, eine Entscheidung zu treffen, so das Blatt am Mittwoch. Der Disziplinarausschuss des Verbandes habe dies damit begründet, die Angelegenheit sei „zu kompliziert“. Der Verband reichte das Verfahren an die staatliche Sportbehörde CSD weiter, die jedoch wenig Bereitschaft zeigte, sich der Sache anzunehmen. Laut der Zeitung „El País“ betrachtet sie das Domínguez-Dossier als ein „vergiftetes Geschenk“. Die Sportbehörde berufe sich darauf, es gehöre nicht zu ihren Aufgaben, über mögliche Sanktionen wegen Dopings zu entscheiden.

          Für die Behörde CSD ist die Angelegenheit auch aus einem anderen Grund heikel: Sie ist der Regierung unterstellt, und Domínguez sitzt als Abgeordnete der konservativen Regierungspartei PP im Oberhaus des Parlaments. „Eine politisch unkorrekte Dopingaffäre“, witzelte „El Mundo“. Spanien kann es sich allerdings auch kaum leisten, die Angelegenheit im Sande verlaufen zu lassen. In diesem Fall dürfte die IAAF den internationalen Sportgerichtshof CAS anrufen. Zudem kämen in der Sportwelt neue Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Doping-Bekämpfung in Spanien auf.

          Ein Blutbeutel mit der Aufschrift „Urco“

          Domínguez war im Dezember 2010 im Rahmen einer Anti-Doping-Aktion der Polizei kurzzeitig festgenommen worden. Die Justiz sah den Verdacht aber nicht bestätigt. Der Name der Läuferin war auch im Zusammenhang mit dem Dopingskandal um die „Operación Puerto“ genannt worden. Ein Blutbeutel, der im Labor des Dopingarztes Eufemiano Fuentes sichergestellt worden war, trug die Aufschrift „Urco“. Dies war der Name des Hundes der Läuferin. Domínguez hat sämtliche Dopingvorwürfe stets zurückgewiesen.

          Quelle: F.A.Z./dpa

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