Home
http://www.faz.net/-gua-72d62
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Lance Armstrong Spenden vervielfacht - Sponsoren bleiben

Um mangelnde Unterstützung muss sich Lance Armstrong trotz seiner lebenslangen Sperre nicht sorgen. Seine Stiftung erhielt am Freitag ein Vielfaches der sonstigen Spenden, wichtige Sponsoren wollen weiter mit ihm zusammenarbeiten.

© dapd Vergrößern Noch nicht abgehängt: der Lance-Armstrong-Radweg

Die Spenden für die Krebs-Stiftung von Lance Armstrong sind deren Angaben zufolge sprunghaft angestiegen, nachdem der siebenmalige Tour-de-France-Sieger angekündigt hatte, sich nicht mehr gegen Dopingvorwürfe zu wehren. Geschäftsführer Doug Ulman sagte dem amerikanischen Sportsender ESPN am Freitag (Ortszeit) im texanischen Austin, bis zum Nachmittag seien 78.000 Dollar an Spenden eingegangen. Am Donnerstag seien es nur 3200 Dollar gewesen. „Es war überwältigend. Die vielen E-Mails, Anrufe und Mitteilungen haben uns einfach sprachlos gemacht“, sagte Ulman.

Im vergangenen Jahr hatte die Stiftung mit dem Namen Livestrong 51 Millionen Dollar gesammelt. Ihr Ziel ist die Unterstützung von an Krebs erkrankten Menschen. Die Unterstützer der Stiftung, die für ihre gelben Armreifen bekannt ist, würden die Entscheidung von Armstrong akzeptieren und nun auf ihrem Weg weitergehen wollen.

Mehr zum Thema

Der mittlerweile 40 Jahre alte Armstrong hatte eine Hodenkrebserkrankung überlebt und danach von 1999 bis 2005 jeweils die Tour de France gewonnen. Offen ist, ob ihm diese Erfolge nun aberkannt werden. Die Anti-Doping-Agentur der Vereinigten Staaten (Usada) hatte den zuletzt als Triathlet aktiven Armstrong am Freitag lebenslang gesperrt. Dennoch kündigten mehrere Sponsoren an, die Zusammenarbeit mit ihm fortzusetzen, darunter der Sportartikelhersteller Nike und der Bierkonzern Anheuser-Busch. Andere wollen die weitere Entwicklung zunächst abwarten oder äußerten sich noch nicht.

In einer Nike-Erklärung hieß es, Armstrong habe seine Unschuld beteuert und sei in diesem Punkt standhaft geblieben. Nike plane, Armstrong und dessen Stiftung weiterhin zu unterstützen, zitierte die Agentur Reuters aus der Erklärung. Nike hilft der Stiftung seit 2004 und erfand das gelbe Armband, von dem bereits 84 Millionen Stück weltweit verteilt wurden. Der bei Anheuser Busch für das US-Marketing zuständige Vizepräsident Paul Chibe meinte über Armstrong: „Er hat Millionen mit seinen sportlichen Erfolgen und seinem Engagement für Krebs-Überlebende und deren Familien inspiriert.“

Armstrong Doping Cycling © dapd Vergrößern Hollywood-Attitüde: Livestrong - die Krebsstiftung Armstrongs

Armstrongs Manager Bill Stapleton zeigte sich überzeugt, dass sein Klient weiterhin bestens zu vermarkten sei. Pro Vortrag erhalte er ein Tages-Honorar von 150.000 Dollar, pro Jahr absolviere Armstrong etwa solche 20 Auftritte gegen Gage. „Seine vielen Fans werden zu ihm halten“, betonte Stapleton.

Quelle: FAZ.NET mit dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Früherer Radsport-Superstar Armstrong muss 10 Millionen zurückzahlen

Lance Armstrong bekam 2006 7,5 Millionen Dollar von einem Sponsor für seine sieben Siege bei der Tour de France. 2013 gestand er nach langem Leugnen umfassendes Doping. Das kommt Armstrong nun teuer zu stehen. Mehr

16.02.2015, 20:37 Uhr | Sport
Forschung aus Brasilien Spucke von Zecken könnte gegen Krebs helfen

Der Speichel von Zecken kann möglicherweise gegen Krebs helfen. Brasilianische Forscher kamen zu vielversprechenden Ergebnissen. Nach Ansicht der Forscher am Butantan Institut in São Paulo könnte der Speichel der Spinnentiere extrem wertvoll im Kampf gegen Krebs sein. Mehr

17.11.2014, 13:15 Uhr | Wissen
Die Doping-Quittung Lance Armstrongs Papierkrieg

Zehn Millionen sind erst der Anfang: Wie teuer werden die Manipulationsversuche für den Radstar noch? 2015 könnte ein ganz bitteres Jahr für Lance Armstrong werden. Mehr Von Jürgen Kalwa, New York

17.02.2015, 20:27 Uhr | Sport
Jerusalem Mordanschlag auf radikalen Rabbiner

Der Vorsitzende der Tempelberg-Stiftung, Rabbi Yehuda Glick, wurde angeschossen und schwer verletzt. Der Täter war offenbar Palästinenser aus Ostjerusalem und wurde beim Versuch der Festnahme erschossen. Mehr

30.10.2014, 11:53 Uhr | Politik
Anti-Doping-Gesetz Im deutschen Sport geht die Angst um

Weil das Selbst-Doping unter Strafe gestellt werden soll, fürchten Athleten, durch Unachtsamkeit oder Schusseligkeit in die Mühlen der Justiz zu geraten. Doch steckt dahinter tatsächlich nur die Sorge des reinen, edlen Sportlers? Mehr Von Anno Hecker

28.02.2015, 16:19 Uhr | Sport
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 25.08.2012, 12:40 Uhr

Wer sind die obersten Vertuscher?

Von Anno Hecker

Die Welt ist schlecht. Aber mindestens genauso vergesslich. Der Hinweis auf den Einsatz von Dopingmitteln beim VfB Stuttgart ist schon fast 23 Jahre alt. Damals hatte Trainer Daum geplaudert. Mehr