http://www.faz.net/-gu9-72d62
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 25.08.2012, 12:40 Uhr

Lance Armstrong Spenden vervielfacht - Sponsoren bleiben

Um mangelnde Unterstützung muss sich Lance Armstrong trotz seiner lebenslangen Sperre nicht sorgen. Seine Stiftung erhielt am Freitag ein Vielfaches der sonstigen Spenden, wichtige Sponsoren wollen weiter mit ihm zusammenarbeiten.

© dapd Noch nicht abgehängt: der Lance-Armstrong-Radweg

Die Spenden für die Krebs-Stiftung von Lance Armstrong sind deren Angaben zufolge sprunghaft angestiegen, nachdem der siebenmalige Tour-de-France-Sieger angekündigt hatte, sich nicht mehr gegen Dopingvorwürfe zu wehren. Geschäftsführer Doug Ulman sagte dem amerikanischen Sportsender ESPN am Freitag (Ortszeit) im texanischen Austin, bis zum Nachmittag seien 78.000 Dollar an Spenden eingegangen. Am Donnerstag seien es nur 3200 Dollar gewesen. „Es war überwältigend. Die vielen E-Mails, Anrufe und Mitteilungen haben uns einfach sprachlos gemacht“, sagte Ulman.

Im vergangenen Jahr hatte die Stiftung mit dem Namen Livestrong 51 Millionen Dollar gesammelt. Ihr Ziel ist die Unterstützung von an Krebs erkrankten Menschen. Die Unterstützer der Stiftung, die für ihre gelben Armreifen bekannt ist, würden die Entscheidung von Armstrong akzeptieren und nun auf ihrem Weg weitergehen wollen.

Mehr zum Thema

Der mittlerweile 40 Jahre alte Armstrong hatte eine Hodenkrebserkrankung überlebt und danach von 1999 bis 2005 jeweils die Tour de France gewonnen. Offen ist, ob ihm diese Erfolge nun aberkannt werden. Die Anti-Doping-Agentur der Vereinigten Staaten (Usada) hatte den zuletzt als Triathlet aktiven Armstrong am Freitag lebenslang gesperrt. Dennoch kündigten mehrere Sponsoren an, die Zusammenarbeit mit ihm fortzusetzen, darunter der Sportartikelhersteller Nike und der Bierkonzern Anheuser-Busch. Andere wollen die weitere Entwicklung zunächst abwarten oder äußerten sich noch nicht.

In einer Nike-Erklärung hieß es, Armstrong habe seine Unschuld beteuert und sei in diesem Punkt standhaft geblieben. Nike plane, Armstrong und dessen Stiftung weiterhin zu unterstützen, zitierte die Agentur Reuters aus der Erklärung. Nike hilft der Stiftung seit 2004 und erfand das gelbe Armband, von dem bereits 84 Millionen Stück weltweit verteilt wurden. Der bei Anheuser Busch für das US-Marketing zuständige Vizepräsident Paul Chibe meinte über Armstrong: „Er hat Millionen mit seinen sportlichen Erfolgen und seinem Engagement für Krebs-Überlebende und deren Familien inspiriert.“

Armstrong Doping Cycling © dapd Vergrößern Hollywood-Attitüde: Livestrong - die Krebsstiftung Armstrongs

Armstrongs Manager Bill Stapleton zeigte sich überzeugt, dass sein Klient weiterhin bestens zu vermarkten sei. Pro Vortrag erhalte er ein Tages-Honorar von 150.000 Dollar, pro Jahr absolviere Armstrong etwa solche 20 Auftritte gegen Gage. „Seine vielen Fans werden zu ihm halten“, betonte Stapleton.

Quelle: FAZ.NET mit dpa

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Golfer DeChambeau Der Praktikant mit der Schiebermütze

Bryson DeChambeau versucht, sich in der Welt des Profi-Golfs zu etablieren. Dabei fällt er allerdings mit so ziemlich allem aus der Norm – und ist auch vor Rückschlägen nicht gefeit. Mehr Von Wolfgang Scheffler

25.04.2016, 15:01 Uhr | Sport
Anheuser-Busch InBev Monopol am Biermarkt?

Fast jedes vierte Bier, das irgendwo auf der Welt getrunken wird, stammt aus den Brauereien eines einzigen Unternehmens – nämlich von Anheuser-Busch InBev. Mehr als 200 Marken gehören zum Konzern, darunter ist auch Becks. Was sind die Folgen einer solchen monopolartigen Stellung für den weltweiten Biermarkt und welche Brauereien stehen noch auf dem Einkaufszettel? Mehr

13.04.2016, 15:35 Uhr | Wirtschaft
Stahl in der Krise Krupp-Stiftung erlaubt kompletten Konzernumbau

Europas Stahlbranche steckt in der Krise. Der deutsche Thyssen-Konzern muss entscheiden - sein größter Aktionär gibt ihm nun freie Hand auch für extreme Maßnahmen. Mehr

29.04.2016, 08:33 Uhr | Wirtschaft
Bechstein Edle Klaviere mit Tradition

Die Bechsteiner Pianoforte-Fabrik mit Sitz in Berlin zählt zu den größten europäische Klavier- und Flügelherstellern. Musiker wie Vladimir Ashkenazy, Martin Helmchen oder Kit Armstrong spielen auf Bechstein-Flügeln. Mehr

10.04.2016, 02:00 Uhr | Gesellschaft
Manchester City Schaut ihr zu, Real Madrid?

Manchester City war lange für sein Versagen berühmt – inzwischen ist mit dem Geld der Scheichs fast alles möglich. Vor dem Halbfinal-Rückspiel in der Champions League bei Real Madrid üben sich die Fans in feiner Ironie. Mehr Von Gina Thomas, London

04.05.2016, 17:11 Uhr | Sport

Schön, dass du sauber warst

Von Anno Hecker

Amerikaner haben ein Faible für große Inszenierungen. Doch wie das Magazin „Swimming World“ in seiner Sportart nun Doping mit dem „Geist der Menschlichkeit“ ausrotten will, ist schlechter als jeder Scherz und jede Satire. Mehr 3