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Lance Armstrong Neues Verfahren

Lance Armstrong drohen weitere Unannehmlichkeiten: Möglicherweise soll gegen den einstigen Radstar und geständigen Dopingsünder wegen Behinderung der Justiz ermittelt werden.

© AFP

Lance Armstrongs viel beachtetes Fernsehgeständnis vor drei Wochen war möglicherweise noch nicht der Höhepunkt in der Demontage des einstigen Radsportidols. Amerikanische Ermittlungsbehörden haben eine Untersuchung eingeleitet, die ihn ins Gefängnis bringen kann. Der Verdacht: Der Einundvierzigjährige soll im Laufe der Jahre die Justiz behindert sowie Zeugen beeinflusst und eingeschüchtert haben. Dies meldete der Fernsehsender ABC, nur wenige Stunden nachdem Staatsanwalt André Birotte am Rande einer Pressekonferenz in Washington noch einmal seine umstrittene Entscheidung verteidigte. Er hatte vor zwölf Monaten ohne irgendeine Begründung ein umfangreiches Betrugsverfahren gegen den Texaner eingestellt.

Birotte, der als Bundesstaatsanwalt die Entscheidungsgewalt über alle Fälle in seinem eigenen Distrikt hat, erklärte, dass Armstrongs Bekenntnis nichts an seiner Einschätzung der Aktenlage ändere und er keinen Handlungsbedarf sehe. „Birotte spricht nicht für den gesamten Justizapparat“, zitierte ABC auf seiner Website eine gutinformierte, ranghohe Quelle. Tatsächlich hatte Birotte mit seinem Schritt im Februar 2011 hausintern die zuständigen Ermittler komplett überrascht.

Die hatten amerikanischen Medienberichten zufolge hinreichend Belastungsmaterial zusammengetragen, um eine Anklage gegen Armstrong zu rechtfertigen. In Prozessen wegen Behinderung der Justiz haben die Strafverfolgungsbehörden allerdings gegen namhafte Athleten bislang keine nennenswerte Bilanz aufzuweisen. Der einstige Baseball-Profi und Kunde des Balco-Doping-Rings Barry Bonds wurde in seinem Verfahren zu zwei Jahren Bewährung und dreißig Tagen Hausarrest verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, weil Bonds Berufung einlegte. Roger Clemens, der im Rahmen einer Baseball-Anhörung im Kongress unter Eid Doping abgestritten hatte, wurde im Juni des vergangenen Jahres von den Geschworenen freigesprochen.

Quelle: F.A.Z.

 
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