Man kann über den Radsport ja sagen, was man will, aber für unsere tägliche Doping-Aufreger-Meldung ist er natürlich unverzichtbar, da kann man sich auf ihn verlassen wie Lance Armstrong auf seine Sponsoren. Und wenn es mal gerade keinen Fahrer erwischt hat, weil vielleicht gerade kein Rennen war oder einfach mal keiner etwas so Altertümliches eingeworfen hat, dass es die Analytiker nachweisen können, dann springen neuerdings sogar die Funktionäre ein. Den Anfang hat jetzt Sören Svenningsen gemacht, ein Vorstandsmitglied des dänischen Radsport-Verbandes DCU. Der verdiente Funktionär ist bei einem Seniorenrennen erwischt worden. Blöd gelaufen, kann man da sagen, oder einfach nur blöd gefahren.
Cocktail aus Steroiden und Testosteron
Testergebnis: Svenningsen hatte sich zur allgemeinen Beschleunigung einen Cocktail aus zwei Steroiden und Testosteron verabreicht. Der dänische Verband zeigte sich angemessen schockiert und entließ den Vorstandsdoper umgehend. Ob weitere Säuberungsaktionen im Verband vonnöten sind, darüber herrscht noch keine Klarheit. Vielleicht ist der Fall aber auch ein schöner Anlass, um flächendeckende Dopingkontrollen nicht nur bei Radprofis, sondern auch bei Radsportfunktionären in Erwägung zu ziehen. Der Verdacht schwang ja immer schon ein bisschen mit, dass der Fisch auch im Radsport mitunter doch arg vom Kopf her stinkt.