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Fuentes-Kommentar : Zynische Quizshow

Wie im Fernsehen: Journalisten und der Angeklagte Fuentes beim Prozess in Madrid Bild: dpa

Der Dopingprozess gegen Fuentes entwickelt sich, wie befürchtet, zur Farce. Weder Gericht, noch Staatsanwaltschaft, schon gar nicht die Angeklagten bemühen sich bislang ernsthaft um Aufklärung relevanter Fragen.

          Das ganze Leben ist ein Quiz, auch für Senor Eufemiano Fuentes. Sí, Radsportler habe er gedopt, rund 60 Blutbeutel der Operación Puerto konnten Pedaltretern zugeordnet werden. Claro, dass zu den 140 anderen Beuteln aus seinen Kühl-Schränken auch andere Sportler gehörten: Einen Boxer, einen Leichtathleten, einen Fußballspieler habe er 2006 betreut, behauptete Fuentes am Dienstag vor Gericht.

          Waren es nur diese drei? Und wer sind die Kandidaten? Namen tun nichts zur Sache. Humor ist bekanntlich, wenn man trotzdem lacht. Und das soll, bitte schön, auch gelten, wenn die Umstände so traurig sind, dass man eigentlich weinen müsste.

          Denn während sich Fuentes wie erwartet mit vagen Aussagen von Prozesstag zu Prozesstag laviert, versagt die Vorsitzende Richterin der Welt-Antidoping-Agentur mit Verweis auf die Persönlichkeitsrechte des iberischen Médico den Zugang zu den Computerdaten der einst so beliebten Bluttankstelle. Wer mehr wissen wollte, hätte eben zu Beginn der Ermittlungen zugreifen sollen, vor fast sieben Jahren.

          Klingt zynisch, ist es auch

          Dieser Hinweis klingt zynisch. Er ist es auch, denn mit dem Richterspruch schließt sich ein höchst verdächtiger Kreis: Schließlich hatte Fuentes schon damals, 2006, mit seinem abwechslungsreichen Kundenstamm geprahlt. Doch alle Anträge, die Aufzeichnungen des Doktors preiszugeben, wurden vom Ermittlungsrichter beharrlich abgelehnt. Gleichzeitig wollte den Fahndern der Guardia Civil partout nur die Demaskierung der notorisch verdächtigen Radprofis gelingen.

          Damit tritt im Madrider Prozess schon nach zwei Verhandlungstagen ein, was von vornherein zu befürchten stand: Das Verfahren wird zur Farce, obwohl der Verdacht, in etlichen anderen Sportarten gehe es ähnlich zu wie im Radsport, stärker denn je im Raum steht. Doch weder Gericht, noch Staatsanwaltschaft, schon gar nicht die Angeklagten bemühen sich bislang ernsthaft um Aufklärung relevanter Fragen. Bei diesem Quiz steht offenkundig zu viel auf dem Spiel.

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