04.09.2009 · Claudia Pechstein darf wieder an offiziellen Trainingseinheiten teilnehmen. „Mit Blickrichtung auf die Olympischen Spiele wird nun natürlich einiges leichter“, sagte die Eisschnellläuferin, die einen Eilantrag gegen das Trainingsverbot gestellt hatte.
Der Internationale Sportgerichtshof (Cas) hat einem Eilantrag der Eisschnellläuferin Claudia Pechstein teilweise stattgegeben. Demnach darf die von der Internationalen Eisschnelllauf-Union (ISU) gesperrte Olympiasiegerin vorerst wieder am offiziellen Training teilnehmen. In der Hauptversammlung Anfang Oktober soll letztinstanzlich geklärt werden, ob die Berlinerin zurecht von der ISU wegen Blutdopings verurteilt wurde. Der Verband berief sich bei seiner Entscheidung auf die stark erhöhte Zahl von jungen Blutkörperchen (Retikulozyten) in den Proben von Frau Pechstein. Weil die Athletin im ISU-Verfahren nicht beweisen konnte, dass die Ursachen für die Werte deutlich oberhalb der zulässigen Grenze nicht durch Doping zu erklären sind, wurde die fünfmalige Olympiasiegerin für zwei Jahre gesperrt. Claudia Pechstein beteuert, niemals gedopt zu haben.
Die Entscheidung des Cas wertete die Pechstein-Partei als ersten Schritt auf dem Weg zu einem Freispruch: „Wäre der Cas zu dem Ergebnis gekommen, dass die Berufung chancenlos ist, hätte er den Eilantrag schon aus diesem Grund zurückgewiesen“, sagte Anwalt Simon Bergmann. Der Beschluss sei ein nicht unwichtiger Fingerzeig für das Hauptverfahren. Die ISU reagierte verhalten. „Wir müssen diese Entscheidung des Cas akzeptieren, sie ist bindend“, sagte ISU-Mediziner Harm Kuipers lediglich.
Das Cas entschied sich für die Aufhebung der Trainingssperre, damit Claudia Pechstein im Falle eines Freispruchs kein Nachteil entstehen kann. Die von der Athletin geforderte Befreiung vom Wettkampfverbot lehnte das Cas ab. Allerdings findet der erste Wettbewerb etwa vier Wochen nach der Hauptverhandlung statt. „Mit Blickrichtung auf die Olympischen Spiele wird nun natürlich einiges leichter“, sagte Claudia Pechstein. „Als Einzelgänger ist es fast unmöglich, sich angemessen vorzubereiten.“