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Fall Armstrong „Das war nicht der selbe Radfahrer“

 ·  Bradley Wiggins hat Lance Armstrongs Dopingbeichte scharf kritisiert. Der Tour-Sieger des Vorjahres bezichtigt den Dopingsünder in britischen Medien, bei seinem Geständnis gelogen zu haben. Armstrong habe ganz sicher auch bei seiner Rückkehr in den Radsport 2009 manipuliert.

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© dapd Vergrößern Toursieger Bradley Wiggins: „Ich war ein Fan von ihm“

In seiner ersten öffentlichen Stellungnahme nach Lance Armstrongs Dopingbeichte hat Tour-de-France Sieger Bradley Wiggins den gefallenen Radstar als Lügner beschimpft. „Ich glaube nichts mehr, was aus seinem Mund kommt“, sagte Wiggins in verschiedenen britischen Medien. Armstrong hatte vergangene Woche im Interview mit Talkmasterin Oprah Winfrey beteuert, sein Comeback 2009 ohne die Hilfe von leistungsfördernden Mittel bestritten zu haben.

Diese Aussage kritisiert Wiggins scharf. „Ich kann mich erinnern, wie wir gemeinsam die Bergetappen bestritten haben, und ich sah ihn 2009 in Verbier und auf der Spitze des Ventoux eine Woche später, als wir gemeinsam bei den Dopingkontrolle waren. Das war nicht der selbe Radfahrer.“ Bei der Frankreichrundfahrt 2009 belegte Wiggins Rang vier hinter Armstrong, der es in Paris aufs Treppchen schaffte.

„Ich war ein Fan von ihm“

Wiggins, der momentan ein Trainingscamp mit seinem Radteam „Sky“ in Mallorca bestreitet, hatte sich geschworen, das Interview nicht zu verfolgen, es dann dennoch mit seinem siebenjährigen Sohn Ben zuhause in Lancashire geschaut. „Ich war in meiner Kindheit ein Fan von ihm“, begründet der Toursieger sein anfängliches Zögern. Als er dann das Interview sah, habe er nur Wut und Enttäuschung empfunden. „Es war nicht leicht, das mit anzusehen.“

Im Hinblick auf seinen Sohn sagte Wiggins, dass er glücklich sei, niemals die selbe Konversation mit seinem Sohn führen zu müssen, wie es Armstrong getan habe. „Denn sein Vater (Wiggins) hat die Tour sauber gewonnen.“ Bradley Wiggins hatte im Sommer vergangenen Jahres als erster Brite die Tour-de-France gewonnen und vor allem im Zeitfahren dominiert. Der britische Radstar gehört zu den wenigen Toursiegern, die sich öffentlich von Doping distanzieren.

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25.01.2013, 16:41 Uhr

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