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Dopingaffäre : Treffen von Basso, Ullrich und Fuentes

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Ullrich (r.) und Basso (l.) zusammen mit Sieger Armstrong auf dem Tour-Podium 2005 Bild: AP

Jan Ullrich und Ivan Basso sollen sich vor dem Giro d'Italia im vergangenen Jahr in einem Freiburger Hotel mit dem mutmaßlichen Dopingarzt Eufemiano Fuentes getroffen haben. Dies berichten italienische Medien unter Berufung auf „Unterlagen einer deutschen Staatsanwaltschaft“.

          Jan Ullrich und Ivan Basso sollen sich vor dem Giro d'Italia 2006 in einem Freiburger Hotel mit dem mutmaßlichen Dopingarzt Eufemiano Fuentes getroffen haben. Dies berichtete die „La Gazzetta dello Sport“ am Mittwoch unter Berufung auf „Unterlagen einer deutschen Staatsanwaltschaft“.

          Diese habe die Staatsanwaltschaft Bergamo an die italienische Antidopingkommission unter Leitung von Ettore Torri in Rom weitergeleitet. Zuvor waren Torris Ermittlungen gegen Basso wegen dessen Verwicklung in den spanischen Dopingskandal ins Stocken geraten. „Ich bin teilweise enttäuscht über Bassos Aussagen. Das Ergebnis ist weniger brillant, als wir erwartet hatten“, gestand Torri. Er ist davon überzeugt, dass Basso aus der Dopingszene bedroht wird und sogar um seine körperliche Unversehrtheit fürchte. Deshalb habe er nach seinem ersten Geständnis plötzlich gemauert. „Er ist unter Druck gesetzt worden“, sagte Torri.

          Eine zweijährige Sperre gilt als sicher

          Torri will mit seiner Klageerhebung jetzt noch 60 oder gar 120 Tage warten, um das gesamte Ermittlungsinstrumentarium der Staatsanwaltschaft auszunutzen. Die Möglichkeiten der Antidoping-Kommission seien begrenzt, staatliche Dopingfahnder könnten nun aber mit polizeilichen Mitteln in Italien den Dopingskandal aufklären. Das italienische Dopinggesetz gibt den ermittelnden Staatsanwälten weit reichende Handlungsmöglichkeiten.

          Jan Ullrich schweigt weiter

          Das zusammengetragene Material sei aber schon ausreichend für eine Doping-Anklage gegen den bereits vorläufig gesperrten Basso. Eine zweijährige Sperre gilt als sicher. Von der in Aussicht gestellten Halbierung der Strafe ist in Rom keine Rede mehr, da Basso sich einer Kronzeugen-Regelung verweigert und nur so viel zuzugeben scheint, wie ihm ohnehin nachgewiesen werden kann.

          Informationen aus Bonn?

          Der Giro-d'Italia-Sieger 2006 hatte gestanden, sein Blut bei Fuentes in Madrid zum Blutdoping für die Tour de France 2006 deponiert zu haben. Er habe jedoch nie tatsächlich gedopt. Das Treffen mit Fuentes in Deutschland vor dem Giro hatte der 29-Jährige bei seinen bislang drei Anhörungen in Rom jedoch verschwiegen.

          In Italien ermitteln bereits die Staatsanwaltschaften in Rom, Bergamo und Lucca in der Radsportszene. In der Hauptstadt wird zudem ein weiteres Ermittlungsverfahren gegen Ivan Basso, den ebenfalls als Fuentes-Kunden geständigen Radprofi Michele Scarponi und Fuentes mutmaßlichen „Blutkurrier“ Alessandro Kalc eröffnet.

          In Deutschland ermitteln die Staatsanwaltschaften in Bonn und Hamburg gegen Ullrich sowie die Justizbehörden in Göttingen gegen einen Arzt, der in Deutschland der Vertrauensmann von Fuentes gewesen sein soll. Experten gehen davon aus, dass die offenbar aus Deutschland gelieferten Informationen über das Treffen zwischen Basso, Ullrich und Fuentes in Freiburg von der Staatsanwaltschaft Bonn stammen.

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