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Doping Urteil gegen Claudia Pechstein „wasserdicht“

29.11.2009 ·  Claudia Pechstein spuckt Gift und Galle gegen den Internationalen Sportgerichtshof, der ihre Dopingsperre bestätigt hat. Sie wirft ihm Parteilichkeit vor. Von Sportrechtsprofessor Nolte kommt hingegen Lob für die stichhaltige Urteilsbegründung.

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Claudia Pechstein spuckt Gift und Galle gegen den Internationalen Sportgerichtshof (Cas), der am Mittwoch ihre zweijährige Dopingsperre bestätigt hat. Die Eisschnellläuferin wirft dem Panel Parteilichkeit vor, er habe sie „hintergangen“. Martin Nolte, Professor für Sportrecht in Kiel, kommt allerdings zu dem Ergebnis: „Die Urteilsbegründung ist wasserdicht, kein staatliches Gericht hätte es vermutlich besser gemacht.“

Gegenüber dem „Spiegel“ äußerte Nolte deshalb Zweifel daran, dass Pechsteins geplante Beschwerde vom Schweizer Bundesgericht überhaupt angenommen wird. „Da müssen schon wesentliche Verfahrensgrundsätze verletzt worden sein.“ Ein einziges Indiz, nämlich den abnorm erhöhten Anteil von Retikulozyten in Pechsteins Blut, hält er für eine Verurteilung für ausreichend. „Das Gericht muss überzeugt sein, dass die Anforderungen an das Beweismaß erfüllt sind“, sagte der Jurist, der auch als Vorstand der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) für Rechtsfragen zuständig ist.

Pechstein wird zum Thema im Sportausschuss

Pechstein sagte der „Bild am Sonntag“, sie hoffe, dass das Schweizer Bundesgericht „die erste Instanz sein wird, die nicht von Lobby-Interessen beeinflusst ist“. Beharrlich behauptet sie – entgegen dem Wortlaut des Dokuments –, die künftigen Richtlinien der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) verlangten, dass neun Blutparameter für einen indirekten Doping-Beweis herangezogen werden müssten. Diese noch nicht verabschiedeten und auch später nicht bindenden Handlungsempfehlungen hätten nach Pechsteins Meinung dem Gerichtsurteil zugrunde gelegt werden müssen. „Mich würde interessieren, ob die Richter, die mich verurteilt haben, sich vor Scham eigentlich noch im Spiegel anschauen können“, schrieb sie auf ihrer Homepage.

Enttäuscht zeigte sie sich auch von Thomas Bach, dem Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes, der verlangt hatte, Pechstein solle nach der Bestätigung ihrer Strafe die Hintermänner ihres Doping-Vergehens nennen. „Es gibt keine Hintermänner. Das klingt ja so, als wenn ich mich im kriminellen Milieu bewegen würde.“ Auch der Sportausschuss des Deutschen Bundestages wird sich auf Initiative des Sportsprechers der Grünen, Winfried Hermann, am Mittwoch mit dem Urteil befassen. Wie der „Deutschlandfunk“ berichtet, wird es um die Teilfinanzierung eines Gutachtens zu Pechsteins Entlastung aus Steuergeldern gehen.

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Von Rainer Seele

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