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Veröffentlicht: 07.02.2017, 13:35 Uhr

Mutko räumt Verstöße ein „Viele Trainer verstehen nicht, wie man ohne Doping arbeitet“

Russlands Leichtathleten dürfen nicht zur WM - daraufhin gibt Vizeregierungschef Witali Mutko den Trainern die Schuld an Dopingvergehen. Auch DLV-Präsident Clemens Prokop äußert sich.

© dpa „Es gab viele Verstöße“: Russlands früherer Sportminister Witali Mutko

Der russische Vizeregierungschef Witali Mutko hat Doping bei den Leichtathleten seines Landes eingestanden, die Hauptschuld aber den Trainern gegeben. „Die Russische Leichtathletik-Föderation ist eine nichtstaatliche Organisation, es gab dort viel Missbrauch“, sagte Mutko in Moskau. „Die Sportler haben die Regeln verletzt; viele Trainer verstehen nicht, wie man ohne Doping arbeitet, und für sie ist es Zeit zu gehen“, zitierte die staatliche Agentur R-Sport den ehemaligen Sportminister.

Der Leichtathletik-Weltverband IAAF hatte am Montag klargestellt, dass die Sperre der russischen Leichtathleten wegen des Doping-Skandals frühestens nach der WM im November aufgehoben werde. Der deutsche Leichtathletik-Präsident Clemens Prokop lobte die Entscheidung: „Ich finde es konsequent, keine russische Mannschaft bei der WM starten zu lassen, wenn das Anti-Doping-System in Russland nicht funktioniert“, sagte Prokop. „Da kann sich das Internationale Olympische Komitee einiges abschauen. Ich wünschte, das IOC würde auch so konsequent und ohne politische Taktiererei handeln.“

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Bevor die Sperre aufgehoben werden könne, müsse die russische Anti-Doping-Agentur Rusada wieder international zugelassen sein, so die IAAF am Montag. Es müssten zudem noch weitere „Meilensteine“ erreicht werden, um den seit November 2015 bestehenden Bann aufheben zu können, sagte Rune Andersen, Leiter der IAAF-Task-Force. Dazu gehöre, dass Russland die im Report von Richard McLaren vorgelegten Beweise zum umfassenden Doping und zur Beteiligung des Sportministeriums sowie des Geheimdienstes FBS entweder „überzeugend widerlegt“ oder bestätige. Es sei zudem wenig hilfreich, wenn der frühere Sportminister Mutko alles dementiere und von einer politischen Konspiration gegen sein Land spreche.

Mutko schlug daraufhin moderate Töne an. „Es gab viele Verstöße“, sagte Mutko. Der russische Verband sei aber dabei, das Sportsystem zu reformieren. Mutko hat bislang den Vorwurf von systematischem Doping im russischen Sport als westliche Propaganda zurückgewiesen.

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