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Doping-Prozess : Blutwechsel

Bild aus der Konserve: Blutfund bei der „Operación Puerto“ Bild: dpa

Sieben Jahre nach der Operación Puerto beginnt der Prozess gegen Dopingarzt Fuentes. Überdauert das spanische Kartell des Schweigens auch diesen Prozess? Oder nennt Fuentes Namen? Es darf ein bisschen gezittert werden, nicht nur im Radsport.

          Ferrari oder Fuentes? Nein, bei dieser Frage geht es nicht um Vorlieben für mediterrane Automobile, es geht um Ärztewahl, es geht um Doping, um Blutauffrischung. Lance Armstrong und sein Team haben es bekanntlich mit dem Italiener Michele Ferrari gehalten, die Konkurrenz aber hat lieber in Spanien beim Frauenarzt Eufemiano Fuentes den Ölwechsel, Verzeihung: den Blutwechsel machen lassen.

          7000 Seiten Papier umfasst der Untersuchungsbericht, den die spanische Guardia Civil nach der Operación Puerto 2006 verfasst hat. Den Radlern Jan Ullrich, Jörg Jaksche, Ivan Basso und Michele Scarponi brachte das System Fuentes Doping-Sperren ein, spanische Radsportler sind bis heute nicht unter den überführten Kunden, ebenso wenig wie Athleten anderer Sportarten.

          Rund 200 verschlüsselte Namen soll die Fuentes-Kartei enthalten haben, darunter auch solche von Fußballern und Tennisprofis, die während der Ermittlungen allerdings irgendwann - schwupps - verlorengingen. An diesem Montag, bald sieben Jahre nach der Operación Puerto, beginnt in Madrid der Prozess gegen Fuentes und mutmaßliche Helfer. In Ermangelung eines damals gültigen Anti-Doping-Gesetzes wird ihm „Gesundheitsgefährdung“ vorgeworfen.

          Die große Frage ist: Überdauert die Omertà, das spanische Kartell des Schweigens, auch diesen Prozess? Oder nennt Fuentes Namen und erzählt nicht nur vom Radeln? Es darf ein bisschen gezittert werden, auch in anderen Sportarten.

          Quelle: F.A.S.

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