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Doping Manipulation in Freiburg?

 ·  An der Freiburger Universität herrscht Streit um die Aufarbeitung der Doping-Verstrickung der Hochschule. Dem ehemaligen Rektor werden Des- und Fehlinformation vorgeworfen.

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© dpa Vergrößern Unter Beschuss: Der ehemalige Rektor Wolfgang Jäger

Die von der Universität Freiburg 2007 eingesetzte Evaluierungskommission zur Aufarbeitung der Doping-Vergangenheit hat dem ehemaligen Rektor, Professor Wolfgang Jäger, eine „Des- und Falschinformation“ vorgeworfen. Das geht aus einem 87 Seiten starken Schreiben des Gremiums unter Leitung von Professor Letizia Paoli hervor. Demnach habe Jäger den ursprünglich im Juni 2007 vom Rektorat beschlossen Arbeitsauftrag, die gesamten Freiburger Aktivitäten der vergangenen fünfzig Jahre auf den Prüfstand zu stellen, mündlich und schriftlich „verengt“.

Erst durch eigene Recherche habe das Gremium 2012 vom ursprünglichen Arbeitsauftrag erfahren, nicht nur die Dopingverstrickung der 1974 von dem verstorbenen Olympiaarzt Joseph Keul gegründeten Abteilung für Sportmedizin, sondern das gesamte Treiben an der Universität und in deren Umfeld seit 1950 unter die Lupe zu nehmen. Also auch die intensive Beteiligung des Mediziners Armin Klümper am Doping in Westdeutschland.

Jäger hat nach Darstellung von Frau Paoli aber unter anderem in einem Bestellungsschreiben an sieben Kommissionsmitglieder, in einer Pressemitteilung und während der konstituierenden Sitzung am 14. August 2007 den Arbeitsauftrag „neu definiert“. Die Universität sieht unterdessen „keine Hinweise“ für eine Manipulation und führt als Beleg einen schriftlichen Arbeitsauftrag Jägers von 2007 an den Vorgänger von Frau Paoli an. Dieses Schreiben bezieht sich aber nur auf die „Sportmedizin in Freiburg“ und entspricht weder in der Wortwahl noch inhaltlich dem Originalauftrag des Rektorats. In der „Badischen Zeitung“ behauptete Jäger nun, die Kommission habe ihr Arbeitsgebiet aus freien Stücken eingegrenzt.

Nach Angaben des Dopingaufklärers Professor Werner Franke, lange Mitglied der Kommission, hat Jäger aber bei der konstituierenden Sitzung die Forderung Frankes, den Auftrag auf die gesamte Freiburger Sportmedizin inklusive Klümper und andere zurückgewiesen. Franke hat dazu eine eidesstattlichen Erklärung abgegeben. Die Evaluierungskommission lehnt nun jede Verantwortung für eine womöglich unzureichende oder nicht mehr mögliche Erfüllung des bislang unbekannten Teils ihres offiziellen Auftrages ab: „Sie ist nicht Mitwisserin und schon gar nicht Mittäterin, sondern Opfer der Manipulation ihres Arbeitsauftrages.“ Der Vorwurf ist der Universität seit März 2012 bekannt.

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