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Doping-Kommentar Wahre Krimis

01.04.2009 ·  Immer wieder tauchen bei Doping-Nachrichten aus Österreich die selben Personen auf. Hier zeichnet sich ein Netzwerk ab. Das dürfte in anderen Ländern ähnlich sein. Seit die Schwarze-Schafe-Theorie als untauglich verworfen wurde, wird Dopingbekämpfung noch spannender.

Von Evi Simeoni
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Soko Doping - das klingt aufregend. Wie Soko Leipzig, die beliebte Fernseh-Krimiserie. Nur dass Soko Doping in Österreich spielt. Und zweifellos in der Wirklichkeit, auch wenn die Nachrichten aus der Alpenrepublik reichlich surreal klingen. Manchmal will es gar scheinen, als hätte ein gewiefter ORF-Drehbuchschreiber versucht, die Zahl der an seinem Kriminalspiel beteiligten Personen möglichst klein zu halten, damit der Zuschauer nicht den Überblick verliert. Immer wieder tauchen die selben Personen auf. Alte Bekannte sozusagen.

Da haben wir zum Beispiel den ausgekochten Ausdauertrainer Walter Mayer, der seit Olympia 2002 in Salt Lake City mit Blutpanschereien in Zusammenhang steht. Mayer, der 2006 vor den italienischen Behörden floh, die seine - im Olympia-Land Italien illegalen - Machenschaften aufdecken wollten, und jenseits der Grenze sein Auto zu Schrott fuhr. Mayer, der nun wegen neuer Machenschaften im Untersuchungsgefängnis sitzt.

Matschiner hat einen „bemerkenswerten Bekanntenkreis“

Eine ganz ähnliche Allzweckfigur wie Mayer ist in Österreichs Dopingkrimi der Sportmanager Stefan Matschiner. Er hat, wie man das in Österreich freundlich-durchtrieben umschreibt, einen „bemerkenswerten Bekanntenkreis“. Häufig, wenn bei den rot-weiß-roten Stars ein Dopingfall ruchbar wird, hat irgendwie Matschiner damit zu tun. Und sei es auch nur, weil ein Betroffener zufällig mit seinem Schwiegervater bekannt ist.

Matschiner war nur rein zufällig bei den Winterspielen in Turin in der Nähe der österreichischen Biathleten und Langläufer, als die Polizei eine Razzia in deren Schlafquartier vornahm und allerhand merkwürdiges Material vorfand. Was er dort wollte? Man wird ja wohl ins Piemont fahren dürfen, wenn Walter Mayer einen dazu einlädt, ein flüchtiger Bekannter. Heute haben die beiden Herren allerdings viel mehr gemeinsam als früher: Auch Matschiner sitzt dieser Tage in U-Haft.

Dopingfahnder auf der Suche nach der heißen Spur

Aber seien wir nicht unfair zu den Österreichern, nur, weil sie ihre Anti-Doping-Gesetzgebung auch wirklich anwenden. Hier zeichnet sich ein Netzwerk ab, wie es in anderen Ländern ähnlich funktionieren dürfte. Wir erinnern uns an Victor Conte in Kalifornien. Oder Eufemiano Fuentes in Spanien. Rudy Pevenage, Jan-Ullrich-Vertrauter und ehemaliger Sportlicher Leister des Telekom-Radteams, spricht von mindestens fünf ähnlichen Dopingsystemen in der internationalen Sportszene.

Seit die Schwarze-Schafe-Theorie als untauglich verworfen wurde, wird die Dopingbekämpfung also immer spannender. Auch das Internationale Olympische Komitee hat beschlossen, künftig Listen anzufordern mit den Namen von Managern, Ärzten und Trainern, die in prominente Dopingfälle verwickelt sind. Parallelen, Überschneidungen und verblüffende Zusammenhänge sind zu erwarten. Dopingfahnder auf der Suche nach der heißen Spur.

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Jahrgang 1958, Sportredakteurin.

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