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Veröffentlicht: 30.07.2017, 10:26 Uhr

Doping im Radsport „Wieso ist der Typ nicht längst lebenslänglich gesperrt?“

Ein Rad-Senior wurde bekannt durch wiederholtes Doping. Dabei geht es um viele Verstöße und dubiose ärztliche Atteste. Jetzt sorgt er zum wiederholten Mal für Unruhe – und heftige Reaktionen.

von Ralf Meutgens
© Bergmann, Wonge Doper im Radsport aus dem Verkehr zu ziehen klappt nicht immer.

Herr F. ist ein bekannter Radsportler. Zumindest in der Pfalz. Der heute über 50-Jährige startet bei Seniorenrennen mit entsprechender Lizenz des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR). Bekannt wurde F. weniger durch sportliche Leistungen als durch wiederholtes Doping. Zwei Mal wurde F. bislang gesperrt. Die jüngste Sperre über vier Jahre ist im Oktober 2014 abgelaufen. Einmal wurde er wegen zahlreicher Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz zudem strafrechtlich verurteilt. Er ist de facto wegen des Handels mit Doping-Mitteln vorbestraft.

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Zu dieser Zeit war er auch als Sportlicher Leiter eines Amateurteams tätig. Hinzu kam sein Umgang mit dubiosen ärztlichen Attesten, der nie richtig aufgeklärt werden konnte. Jetzt sorgt F. zum wiederholten Mal für Unruhe. Er entzog sich einer anstehenden Doping-Kontrolle und wurde durch die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) seit Anfang Juli vorläufig suspendiert. Doch das hält ihn nicht davon ab, weiter an Rennen teilzunehmen, bei denen er sich bis Mitte Juli drei Mal plazieren konnte.

Die für eine Teilnahme an den Rennen notwendige Lizenz hat er offenbar jedes Mal vorgelegt. Und erst jetzt hat der BDR auf Weisung der Nada reagiert. Am 24. Juli teilt er in einer Mail an die Rennkommissare mit, dass F. seit dem 3. Juli suspendiert ist, was eine Teilnahme an Rennen ausschließe. Diese Mail und die Umstände wurden im Radsport-Blog „MisterBoo“ thematisiert. Die Kommentare sind teilweise heftig: „Wieso ist der Typ nicht schon längst lebenslänglich gesperrt? Der ist Straftäter und gehört von jeglicher Sportart verbannt!!!“

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Bei der Nada weiß man um die Vorgeschichte von F. und ist über das Verhalten des BDR entsprechend verärgert. Das hat deren Chefjurist Lars Mortsiefer gerade in einem Schreiben an den BDR deutlich zum Ausdruck gebracht. Weiter teilt Mortsiefer mit, dass nun wegen des möglichen Mehrfachverstoßes eine lebenslange Sperre beantragt werde. Das entsprechende Disziplinarverfahren liefe nun an.

Der BDR erklärt auf Anfrage, dass man erst vorvergangenen Freitag durch die Nada erfahren habe, dass F. an Radrennen teilgenommen hat. Die zu Unrecht erzielten Plazierungen würden annulliert. Das ist unverständlich, denn die Plazierungen von F. sind, für jeden einsehbar, im Internetportal des BDR „rad-net“ veröffentlicht. Weiter heißt es: „Ein Lizenzeinzug ist bei einer vorläufigen Suspendierung nicht vorgesehen, bedarf aber trotz erfolgter Aufforderung ohnehin einer freiwilligen Herausgabe, da wir als Verband keinen hoheitlichen Zwang ausüben können.“

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