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Veröffentlicht: 21.01.2017, 16:40 Uhr

Bevorstehende Pressekonferenz IBU: Neue Erkenntnisse?

Im Zuge der russischen Dopingaffäre wurde die Öffentlichkeit zunächst um Geduld gebeten. Doch jetzt will die Internationale Biathlon-Union (IBU) konsequent handeln.

© AFP Schon in Ruhpolding hatten die Athleten der IBU einen von 170 Sportlern unterzeichneten Brief übergeben, in dem sie schärfere Doping-Sanktionen fordern.

Die Internationale Biathlon-Union (IBU) will an diesem Samstag um 20 Uhr bei einer Pressekonferenz in Antholz über die weiteren Entwicklungen im russischen Doping-Skandal im Zuge des McLaren-Reports informieren. Zuvor trifft sich der IBU-Vorstand zu einer weiteren Sitzung, um über eventuelle Sanktionen zu beraten. Das teilte der Verband am Rande des Biathlon-Weltcups im Südtiroler Ort Antholz mit.

Vor der Öffentlichkeit sollen Athleten und Trainer über den Stand der Dinge informiert werden. Anfang Januar, beim Weltcup in Oberhof, hatte IBU-Präsident Anders Besseberg noch um Verständnis und Geduld gebeten, weil rasche Konsequenzen nicht einfach umzusetzen seien, zumal die von den Athleten geforderten Regeländerungen nur der Kongress verabschieden könne.

„Wir möchten jetzt konsequente Handlungen“

Und der tagt erst wieder 2018. Die Biathleten selbst sind mit ihrer Geduld am Ende. Am 9. Februar beginnt die Weltmeisterschaft in Hochfilzen, und da hätte man vorher gerne reinen Tisch. „Wir möchten jetzt konsequente Handlungen, am besten noch vor der WM“, sagte Weltcup-Spitzenreiterin Laura Dahlmeier.

Die Frage ist nur, auf welcher Grundlage. Von den 31 im zweiten McLaren-Report genannten russischen Biathleten sind bislang nur die suspendierten Olga Wiluchina und Jana Romanowa namentlich öffentlich bekannt. Weil von den anderen 29 offenbar keine positiven Doping-Proben vorliegen – die Proben von den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi sind laut McLaren ausgetauscht oder manipuliert worden –, dürfte eine Sperre einzelner Biathleten äußerst unwahrscheinlich sein.

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Und eine Suspendierung des russischen Verbandes (RBU) wäre nur dann möglich, wenn die IBU nachweisen kann, dass die RBU quasi Doping-Strukturen aufgebaut hat und damit gegen die Richtlinien der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) verstößt. Auch das scheint mehr als schwierig.

„Ich denke, das Thema ist irgendwo durch“, sagte der zweimalige Weltmeister Eric Lesser im ZDF. „Deshalb haben wir uns als Athleten auf die Strafen danach fokussiert.“ Schon in Ruhpolding hatten die Athleten der IBU einen von 170 Sportlern unterzeichneten Brief übergeben, in dem sie schärfere Doping-Sanktionen fordern: Sperren von bis zu acht Jahren, den Verlust von Startplätzen für betroffene Nationen sowie Geldstrafen von bis zu einer Million Euro.

Weltcup-Spitzenreiter Martin Fourcade, der am Freitag im 20-Kilometer-Einzel Zweiter wurde hinter dem Russen Anton Schipulin, hat keine großen Erwartungen, was das Treffen am Samstag angeht: „Ich werde dahingehen, weil sich das so gehört“, sagte der Franzose. „Dann sehen wir weiter.“

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