Home
http://www.faz.net/-gua-74ig2
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Doping-Historie DOSB weist Digel-Kritik zurück

Nach dem F.A.Z.-Interview mit Helmut Digel übt der DOSB Kritik am Tübinger Sportsoziologen und dessen Aussagen. Als falsch wiedergegeben bezeichnet Generaldirektor Vesper ein angebliches Zitat von DOSB-Präsident Bach.

© dpa Vergrößern „Wir hätten uns gefreut, wenn Herr Digel bei dem Projekt ‚Doping in Deutschland’ mitgewirkt hätte“: Michael Vesper

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat den Tübinger Sportsoziologen Helmut Digel für dessen Aussagen über die Aufarbeitung der Doping-Vergangenheit und der aktuellen -Bekämpfung scharf kritisiert. „Wir hätten uns gefreut, wenn Herr Digel bei dem Projekt ‚Doping in Deutschland’ mitgewirkt hätte“, sagte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper am Mittwoch in Bonn. Der DOSB habe ihn aufgefordert, an der Studie mitzuarbeiten, aber Digel habe abgelehnt. „Wenn er so intime Kenntnisse hatte, warum hat er die Aufgabe nicht übernommen?“, fragte Vesper.

Digel hatte in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung den „Erkenntnisgewinn dessen, was wir derzeit tun in Bezug auf die Vergangenheit“ als „relativ bescheiden“ bezeichnet. „Jeder Insider weiß, dass auch in der BRD in den sechziger, siebziger und achtziger Jahren in einigen Sportarten nahezu flächendeckend gedopt wurde“, sagte Digel, der 1976 nach den Olympischen Spielen in Montreal als Assistent einer sogenannten „Dreierkommission“ mutmaßliche Doping Praktiken in West-Deutschland untersuchen sollte. „Ich will auch heute nicht ausschließen, dass weiter gedopt wird.“

Mehr zum Thema

Als falsch wiedergegeben bezeichnete Vesper ein angebliches Zitat von DOSB-Präsident Thomas Bach (“Wir haben das Problem im Griff, die wenigen positiven Fälle belegen das.“), das Digel in dem F.A.Z.-Gespräch anführt. „Das Zitat, dass er Bach unterschiebt, ist frei erfunden“, sagte Vesper. Vielmehr habe Bach immer davon gesprochen, dass das Doping-Problem wahrscheinlich nie gelöst werden könne.

Quelle: FAZ.NET

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Anti-Doping-Gesetz Sportler gegen Sportler

Im Streit um das neue Anti-Doping-Gesetz beanspruchen das Justiz-Ministerium und der Deutsche Olympische Sportbund jeweils das Votum der Spitzensportler für sich. Mehr Von Michael Reinsch, Berlin

13.11.2014, 13:20 Uhr | Sport
Anti-Doping-Gesetz Der Sport straft schneller und härter als der Staat

Am Mittwoch stellt Bundesinnenminister Thomas de Maiziere das Anti--Doping-Gesetz vor. Der Deutsche Olympische Sportbund befürchtet einen Konflikt der Sportjustiz mit der staatlichen Rechtsprechung. Ein Gastbeitrag von DOSB-Generaldirektor Michael Vesper. Mehr

11.11.2014, 17:21 Uhr | Sport
Kampf gegen Doping Nach dem Gesetz ist vor dem Gesetz

Das Anti-Doping-Gesetz kommt, aber vor allem der Fußball will mehr: In Berlin wird bereits am Gesetz gegen Wettbetrug und Spielmanipulation gearbeitet. Mehr Von Michael Reinsch, Berlin

11.11.2014, 20:41 Uhr | Sport
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 21.11.2012, 20:15 Uhr

Einmal Wembley sehen

Von Daniel Meuren

Ist es Stadiontourismus oder Frauenfußball-Aufschwung? Am Sonntag strömen mehr Zuschauer zum Spiel zwischen Engländerinnen und deutschen Frauen als bei einem Männer-Testspiel der „Three Lions“. Mehr 1 2

Ergebnisse, Tabellen und Statistik