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Doping Goldmann zu Erklärung überredet

13.04.2009 ·  Der Bundestags-Abgeordnete Steffen Reiche, Mitglied der offiziell als unabhängig bezeichneten DOSB-Dopingkommission, hat den belasteten Leichtathletiktrainer Werner Goldmann zu einer Zusatzerklärung überredet. Der DOSB wird derweil kritisiert.

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Der Bundestags-Abgeordnete Steffen Reiche (SPD), Mitglied der offiziell als unabhängig bezeichneten Dopingkommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), hat den belasteten Leichtathletiktrainer Werner Goldmann zu einer Erklärung überredet, die in der Beurteilung seiner Integrität durch die selbe Kommission eine Rolle spielt.

Dies sagte Reiche, gleichzeitig Vorsitzender des Leichathletik-Verbandes Brandenburg, im Deutschlandfunk. Es handelt sich dabei um die Zusatzerklärung zum Fall des Doping-Opfers Gerd Jacobs, der Goldmann erheblich belastet hat. Diese soll im Fall des Werfer-Trainers die Eingeständnis- und Entschuldigungs-Formeln einer Standard-Erklärung ergänzen, die bereits fünf weiteren Leichathletiktrainern aus der ehemaligen DDR zur Weiterbeschäftigung verholfen hat.

Aufgabe der DOSB-Kommission, die vom Bundesverfassungsrichter a.D Udo Steiner geleitetet wird und der auch Doppel-Olympiasiegerin Heide Ecker-Rosendahl angehört, ist allerdings die Beurteilung der Erklärungen, nicht deren Vorbereitung. Reiche erklärte im Deutschlandfunk sein Einwirken auf Goldmann damit, dass der Deutsche Leichathletik-Verband „dies auch so erbeten“ habe, „um auf diese Weise die Weiterbeschäftigung des sehr erfolgreichen Trainers Goldmann auch in den nächsten Jahren zu ermöglichen.“ Jacobs will die Entschuldigung nicht akzeptieren: „Ausreichend ist sie für mich absolut nicht.“

Die Steiner-Kommisssion will offenbar trotzdem auch Goldmann dem DOSB und dem DLV für eine Weiterbeschäftigung empfehlen. „Er hat lange mit sich gerungen, es gab gerichtliche Auseinandersetzungen, die auf diese Weise, denke ich, jetzt aber geklärt worden sind“, sagte Reiche und griff damit der Kommissions-Entscheidung vor. Goldmann war in einem ersten Anlauf Ende vergangenen Jahres nicht bereit gewesen, seine in der DDR gemachten Fehler einzugestehen und zu bereuen. Vor dem Arbeitsgericht in Darmstadt ist noch eine Klage Goldmanns gegen den DLV auf Wiedereinstellung anhängig (siehe auch: Fall Goldmann: Sie wollen reden - aber nicht vor Gericht).

Unterdessen geht die Kritik am Vorgehen des DOSB weiter. Wolfgang Thierse stellte die Glaubwürdigkeit der Entschuldigung in Frage (siehe auch: Sport kompakt: Nowitzki verliert - Krupp tauscht - Thierse kritisiert). „Es ist eine sehr späte Entschuldigung – und irgendwie wirkt sie nachgereicht, erdrängt und erzwungen“, sagte der Bundestags-Vizepräsident. Es stelle sich die Frage, „ob man tatsächlich Vertrauen wiederherstellen kann zu Trainern, Funktionären und Ärzten, die erst nach so langer Zeit und dahin gedrängt eine solche Erklärung abgeben“.

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