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Doping bei Blutbank Kronzeugen gesucht

09.01.2008 ·  Die Welt-Anti-Doping-Agentur verdächtigt eine in Wien ansässige Blutbank, an illegalem Doping von Sportlern beteiligt gewesen zu sein, nennt aber keine Namen von Sportlern. Als Kronzeugen werden Athleten aus dem nordischen Bereich und dem Radsport gesucht.

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Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) verdächtigt eine in Wien ansässige Blutbank, an illegalem Doping von Sportlern beteiligt gewesen zu sein. Das berichtet am Mittwoch die Wiener Zeitung „Kurier“. Dem Report zufolge hat der frühere Wada-Chef Richard Pound im vergangenen November in einem Schreiben an den für Sport zuständigen Wiener Staatssekretär Reinhold Lopatka erklärt, es bestünden „gute Gründe“ zur Annahme, dass die in Wien ansässige Firma „teilweise Athleten beim Blutdoping unterstützen soll“.

Inzwischen ermittelt das österreichische Innenministerium in dem Fall. Nach Angaben des „Kurier“ bestreitet das Unternehmen allerdings, Sportler mit Blutplasma zu verbotener Leistungssteigerung verholfen zu haben. Ein Sprecher der Firma sagte, sein Unternehmen habe für Plasmawäsche gar nicht die nötigen Geräte.

Am Sonntagmorgen „aufgefrischt“

In dem Schreiben des ehemaligen Wada-Chefs werden laut „Kurier“ keine Sportler namentlich genannt. Pound erbitte darin jedoch Auskunft darüber, ob und welche Athleten in eine mögliche Affäre verwickelt sind. Pound reagierte offenbar auf Berichte der deutschen Wochenzeitung „Die Zeit“, die am 22. November 2007 über angebliche Doping- Machenschaften in Wien berichtetet hatte. Laut „Kurier“ tauchten in Berichten Namen von Sportlern auf, die sich in der Blutbank angeblich regelmäßig - laut „Kurier“ außerhalb der normalen Dienstzeiten am Sonntagmorgen - „aufgefrischt“ hätten.

Als medizinischer Betreuer müsse dabei mindestens ein Arzt fungiert haben. Die verdächtigte Firma betreibt nach „Kurier“-Informationen in Österreich fünf Niederlassungen. Geschäftsführer Lothar Baumgartner bestreitet, die für solche Blutwäschen die nötige Ausrüstung zu besitzen („Blutdoping ist in meiner Firma nicht erfüllbar“). Dem widerspricht der Kärntner Richter Arnold Riebenbauer, der nach der österreichischen Doping-Affäre bei den Olympischen Winterspielen von Turin vom Österreichischen Skiverband (ÖSV) mit einer unabhängigen Untersuchung beauftragt worden war. Seinen Angaben zufolge „bekamen (wir) schriftliche Informationen des Instituts, die Anderes nahe legen“.

Kronzeuge gesucht

Im Zusammenhang mit der Turiner Affäre wurden 2007 mehrere österreichische Skiläufer in den nordischen Disziplinen mit einer lebenslangen Sperre für Olympia belegt. Für den Präsidenten des ÖSV, Peter Schröcksnadel, sind Pounds Angaben jedoch nicht ausreichend. „Dass Herr Pound das Institut beim Namen nennt, hilft rechtlich auch nicht weiter. Man braucht Beweise“, meinte Riebenbauer.

Um die Vorwürfe belegen zu können, bedürfe es vermutlich eines Kronzeugen. Ein Sportler genüge schon, um dies zu erreichen. Potenzielle Kandidaten seien Athleten aus dem nordischen Bereich und aus dem Radsport.

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