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Doping „Basso verdient keine Sympathie“

13.05.2007 ·  Ivan Basso kann trotz seines Teilgeständnisses mit keiner Straferleichterung rechnen. Sollte sein italienischer Verband ihn zu milde verurteilen, landet der Fall vor dem Sportgerichtshof. Der deutsche Mediziner Werner Franke ist sicher: „Die Doper machen auch beim Giro weiter.“

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Keine Gnade für Ivan Basso: Pat McQuaid, der Chef des Radsport-Weltverbandes UCI, in der Doping-Affäre Fuentes zuletzt oft Zauderer kritisiert, demonstriert neuerdings Härte und pocht auf eine Zwei-Jahres-Sperre für Basso. Falls der zum Teil geständige Profi vom italienischen Radsport-Verband einen Straferlass erhält, will der UCI-Chef den Internationalen Sportgerichtshof CAS anrufen.

„Er hat uns zehn Monate belogen und verdient keine Sympathie“, sagte McQuaid beim Start des Giro d'Italia auf der Mittelmeerinsel La Maddalena und kündigte den möglichen Gang vor die höchste Sportinstanz an. „Ich erwarte die gleiche Strafe, wie sie David Millar erhalten hat“, erklärte der Ire. Zeitfahr-Weltmeister Millar wurde nach seinem Dopinggeständnis 2004 für zwei Jahre gesperrt. Sein Titel von 2003 wurde ihm aberkannt.

Aussage des „Blut-Kuriers“

Wegen seiner Kooperation hatte das Italienische Olympische Komitee CONI erklärt, Basso könnte Strafmilde erwarten. Der 29-jährige Profi, dem auch die Annullierung seines Giro-Erfolges 2006 droht, will spätestens bei der WM in Varese vor seiner Haustür im Oktober 2008 wieder am Start sein. Ein Sportgerichts-Urteil gegen ihn wird in den nächsten Wochen erwartet (Siehe auch: Schönes Geständnis!).

Laut „Gazzetta dello Sport“ will der CONI zunächst eine vorläufige Sperre gegen Basso aussprechen, bevor weitere Zeugen - darunter der mutmaßliche „Blut-Kurier“ Alessandro Kalc - gehört werden. „Basso und Landis haben dem Radsport massiv geschadet“, sagte McQuaid weiter. Das Verfahren vor der Anti-Doping-Agentur USADA gegen den in A- und B-Probe des Testosteron-Dopings überführten Tour-de-France-Sieger des Vorjahres beginnt an diesem Montag in Los Angeles.

Voigt: „Natürlich habe ich keine Angst“

Jens Voigt, Sprecher der Radprofis, konnte in die Doping-Diskussion im „Aktuellen Sportstudio“ des ZDF keine neuen Aspekte einbringen. Persönlich habe er in der schwelenden Affäre um den spanischen Arzt Fuentes nichts zu befürchten. „Natürlich habe ich keine Angst. Ich habe Fuentes nie gesehen“, sagte der 35-jährige Berliner, dessen Teamchef Bjarne Riis vom früheren Telekom-Betreuer Jef d'Hont schwer belastet wird.

Auf die Frage, ob er Jan Ullrichs Unschuldsbehauptungen trotz der erdrückenden Indizien glaube, antwortete Voigt ausweichend. Eindeutiger äußerte sich der wegen Dopings gesperrte Profi Danilo Hondo. „Eine neue Entwicklung muss her. Wie die ProTour-Teams müssten sich alle Fahrer zusammensetzen und gemeinsam Maßnahmen beschließen“, forderte der in der Schweiz lebende Cottbuser.

„Es wird weiter gemacht mit dem Dopen“

Beim Giro und der Tour wird nach Ansicht des Doping-Gegners Werner Franke - trotz aller Bekenntnisse und Kontrollen - weiter in großem Stil gedopt. „Es wird weiter gemacht mit dem Dopen“, sagte der Zell- und Molekularbiologie-Professor am Krebsforschungs-Institut in Heidelberg dem Nachrichten-Magazin „Focus“. Die Kontrollen in Europa sind laut Franke „nach wie vor voller Riesenlöcher“. Bei den Tests könnten bestimmte Wachstumshormone und EPO ähnliche Pharmaka nicht erkannt werden. Franke ist sicher, dass der Profi-Radsport so lange weiter existiert, wie sich „das öffentlich-rechtliche Fernsehen an der demonstrierten Beihilfe zur Köperverletzung erfreut“.

Laut „Gazzetta dello Sport“ soll die Staatsanwaltschaft Lucca ein Verfahren gegen Luigi Cecchini eingeleitet und das Material des CONI gesichtet haben. Der Sportarzt und Trainings-Analytiker betreute Jan Ullrich mindestens seit 2003, dazu Basso, den aktuellen Giro- Favoriten Damiano Cunego und weitere Topfahrer. Auf Druck ihrer Teams beendeten nach der vergangenen Tour die T-Mobile-Neulinge Linus Gerdemann und Patrik Sinkewitz ihre Zusammenarbeit mit Cecchini.

McQuaid gab bekannt, dass die UCI-Anwälte inzwischen Zugang zu den neuen 6000 Seiten Akten haben, auf die sich die „Gazzetta“ gestützt hatte bei ihrer Meldung, es tauchten womöglich die Namen von weiteren rund 50 verdächtigen Profis auf. „Die Anwälte haben uns gesagt, dass es keine Liste von 48 oder 49 neuen Namen gibt“, versicherte McQuaid. Die UCI geht von insgesamt 58 verdächtigten Fahrern aus, von denen einige ihre Karriere bereits beendet haben oder suspendiert wurden.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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