24.05.2007 · Schmid räumt ein, „seit Mitte der 90iger Jahre das Doping einzelner Radprofis unterstützt zu haben.“ Heinrich schreibt: „Auch ich räume ein, in meiner Funktion als Sportmediziner am Doping von Radsportlern mitgewirkt zu haben.“ Der Wortlaut bei FAZ.NET.
Die beiden Sportmediziner Andreas Schmid und Lothar Heinrich haben ihre Mitwirkung beim Doping von Radsportlern eingeräumt. Die Universität Freiburg hat sich danach mit sofortiger Wirkung von den beiden Ärzten getrennt. Die Universität erwägt, die Abteilung Sportmedizin aufzulösen. FAZ.NET dokumentiert im folgenden Auszüge aus den am Mittwochabend in Freiburg veröffentlichten Stellungnahmen der beiden Mediziner.
In der Erklärung von Andreas Schmid heißt es: „Ich räume ein, seit Mitte der 90iger Jahre das Doping einzelner Radprofis unterstützt zu haben. Ich habe den Radsportlern auf Anforderung Dopingsubstanzen, insbesondere Epo, zugänglich gemacht. Ich versichere, den Sportlern diese Medikamente niemals injiziert oder auf andere Weise appliziert zu haben. Ich habe niemals einem Sportler ohne dessen Wissen oder gar gegen seinen Willen Dopingsubstanzen verabreicht. (...) Ich bedauere meine Verfehlungen sehr. Ich hätte als Arzt nie so handeln dürfen. (...) Ich sehe unter den gegebenen Umständen für den Profiradsport die Chance, aus den Fehlern zu lernen und einen Neuanfang zu unternehmen. Ich weiß, dass der Radsport durch Doping seine sportliche Grundlage wie Fairness und Chancengleichheit verliert. Ich habe als Sportmediziner aber auch erfahren, welch ungeheurem Erfolgsdruck die Fahrer ausgesetzt sind. Die in den 90iger Jahren verbreitete Dopingpraxis hat die Bereitschaft der Sportler, selbst zu dopen, erheblich gefördert.“
Heinrich erklärte in einem Brief an die Universität Freiburg: „Auch ich räume ein, in meiner Funktion als Sportmediziner am Doping von Radsportlern mitgewirkt zu haben. Ich bedauere diese ärztlichen Verfehlungen und hoffe, dass durch meinen aktiven Beitrag das Doping in der Zukunft wirksam bekämpft werden kann.“