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Claudia Pechstein Enthüllen statt zetern

12.02.2012 ·  Journalisten, Juristen, Wissenschaftler, Funktionäre, die ihr zu widersprechen wagen? Alles Idioten. Wer nicht glaubt, dass Claudia Pechstein zu Unrecht verurteilt wurde, ist ihrer Meinung nach zu blöd, um die Wahrheit zu erkennen.

Von Evi Simeoni
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Wer schützt uns vor Claudia Pechstein? Wen darf die wildgewordene Eisschnellläuferin eigentlich noch alles als Pfeife und beruflichen Versager hinstellen, bevor jemand sie bremst? Nur zur Erinnerung: Claudia Pechstein hat wegen auffälliger Blutwerte zwei Jahre Sperre absitzen müssen. Allerdings beansprucht sie auch nach dem Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs noch die Unschuldsvermutung, ja, sie führt sich auf, als wäre sie die Einzige, die im deutschen Doping-Sumpf für Gerechtigkeit kämpft. Journalisten, Juristen, Wissenschaftler, Funktionäre, die ihr zu widersprechen wagen? Alles Idioten.

Wer nicht glaubt, dass sie zu Unrecht verurteilt wurde, ist ihrer Meinung nach zu blöd, um die Wahrheit zu erkennen. Zuletzt haben die Leute von der Nationalen Anti-Doping-Agentur ihr Fett abbekommen. Ja, diese Agentur hat nach Pechsteins Ansicht das Ziel, „den Sport in Deutschland in den Schmutz zu ziehen, Spitzen- und Nachwuchsathleten ohne Beweis an den Pranger zu stellen und des Dopings zu beschuldigen“. Die Nada hat, so Pechstein, „versagt“. Entschuldigung, müssten nun eigentlich der Bundesinnenminister, der Deutsche Olympische Sportbund und endlich auch einmal die Sportgemeinde im typischen Pechstein-Tonfall fragen, da schwillt uns der Kamm.

Selbst vom Staat alimentiert

Die zum großen Teil vom Steuerzahler finanzierte Kontroll-Institution wird von einer Athletin verunglimpft, die selbst vom Staat alimentiert und als nationales Vorbild von der Sporthilfe gefördert wird? Aber: Schweigen. Nur Pechstein zetert. Jüngst hat sie ohne Quellenangabe teilweise geschwärzte E-Mails in Umlauf gebracht, die dem Ruf der Nada schaden sollen, unter dem Titel: „Das Pechstein-Team deckt auf.“ Seitdem warten wir natürlich auf richtige Enthüllungen.

Zum Beispiel über Pechsteins wahres Verhältnis zu dem Erfurter Arzt, der Athleten Blut abgenommen und nach einer Behandlung wieder zugeführt hat. Wurde auch mit Pechsteins Blut herumgedoktert? Und wenn ja: Wann, wie oft, wie und mit welcher Wirkung? Das wüssten wir gerne. Und der Tonfall, in dem sie diese Fragen beantwortet, wäre uns dann sogar egal.

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Jahrgang 1958, Sportredakteurin.

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