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Veröffentlicht: 18.07.2017, 08:29 Uhr

Zweite Generation Keine Hilfe für Kinder von Doping-Opfern

Die Bundesregierung sieht keinen Handlungsbedarf und lehnt Hilfe für einen Großteil von Doping-Opfern der zweiten Generation ab. Der Doping-Opfer-Hilfeverein fordert nun wissenschaftliche Studien.

von , Berlin
© © RB/Mathias Br?ninghaus „Man muss verhindern“, warnt Ines Geipel, „dass eine Generation psychotisch wird.“

Die Bundesregierung lehnt Hilfe für einen Großteil von Doping-Opfern der zweiten Generation ab. Für Geschädigte, deren Mütter im DDR-Sport nicht während ihrer Schwangerschaft, sondern zuvor gedopt wurden, könne die Kausalitätsfrage nicht generell beantwortet werden, heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen.

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Mit der Schlussfolgerung, dass es keinen Handlungsbedarf in Bezug auf das zweite Dopingopfer-Hilfegesetz gebe, widerspricht das Innenministerium seinem Parlamentarischen Staatssekretär Ole Schröder.

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Dieser hatte Ende Juni im Bundestag die Abgeordneten des im September zu wählenden Parlaments aufgerufen, dieses Gesetz zu überarbeiten. An Details wie dem, ob vor oder während der Schwangerschaft gedopt worden sei, scheitere Hilfe für nicht wenige Geschädigte, rief er. Darüber hinaus empfahl er, die Frist für die Hilfe aufzuheben, die bis Ende 2018 läuft.

Dem Doping-Opfer-Hilfe-Verein (DOH) sind mehr als zweihundert Fälle von Geschädigten der zweiten Generation bekannt. Bis 30. Juni hatten lediglich zwanzig von ihnen Antrag auf Entschädigung gestellt. Die Grünen-Abgeordnete Monika Lazar, Mitglied des Sportausschusses, kritisiert, dass die Auffassung des Ministeriums nicht nachzuvollziehen sei.

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Ines Geipel, die Vorsitzende des DOH in Berlin, empfindet den Zustand für geschädigte Kinder von gedopten Sportlerinnen „nicht aushaltbar“. Sie fordert eine wissenschaftliche Studie zu den Folgen von Doping über Generationen. Mütter und Kinder brauchten dringend Hilfe. „Man muss verhindern“, warnt sie, „dass eine Generation psychotisch wird.“

Die Doping-Opfer-Hilfe werde um Anerkennung der Schäden kämpfen. Laut Innenministerium waren bis Juni insgesamt 444 Anträge auf Hilfe aus dem Fonds von 10,5 Millionen Euro eingegangen. 245 wurden positiv beschieden, 192 sind in Bearbeitung. Von den sieben abgelehnten stammten fünf von Opfern der zweiten Generation.

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