19.12.2011 · Seit 2002 gab es die Balco-Affäre, der gesamte Prozess kostete den amerikanischen Steuerzahler etwa 75 Millionen Dollar. Nun endet der Fall mit einer milden Strafe.
Von Jürgen KalwaNew YorkNach mehr als neun Jahren kann wohl ein Schlussstrich unter den Balco-Skandal gezogen werden. Die Affäre, die 2002 aufdeckte, wie weit verbreitet Doping um die Jahrtausendwende im amerikanischen Sport war und mit welchen Mitteln betrogen wurde, endete nun mit einer milden Strafe.
Barry Bonds, der Baseballprofi, gegen den sich der erste Verdacht der staatlichen Ermittlungen richtete, wurde zu dreißig Tagen Hausarrest und einer Bewährungsfrist von zwei Jahren verurteilt, nachdem ihn die Geschworenen schuldig gesprochen hatten, die Staatsanwaltschaft unter Eid maßgeblich in ihrer Aufklärungsarbeit behindert zu haben.
Zusätzlich muss der Home-Run-König 250 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und eine Buße von 4000 Dollar bezahlen. Der Prozess, der erst im November 2007 begann und dann aufgrund von Verfahrensfehlern neu aufgerollt werden musste, kostete den amerikanischen Steuerzahler etwa 75 Millionen Dollar.
Die Anklagevertretung hatte in diesem Verfahren einen schweren Stand, weil der Hauptbelastungszeuge, Bonds' langjähriger Fitnesstrainer, konsequent jede Aussage verweigerte. Greg Anderson nahm sogar eine mehrmonatige Gefängnisstrafe wegen Missachtung des Gerichts in Kauf.