Lance Armstrong hat zweifellos seine Verdienste. Als Kämpfer gegen den Krebs zum Beispiel, eine für viele tödliche Krankheit, von der er selbst betroffen war. Mit seiner Krebs-Stiftung machte er vermutlich vielen Menschen, die selbst an Krebs leiden, Hoffnung. Diese Gemeinde dürfte ihm auch jetzt, in seiner wohl schwärzesten Stunde, die Treue halten.
Doch der Texaner, der einer der wenigen Weltstars des Radsports war, hat das Rad überdreht. Zwar erscheint es überzogen, den Fall Armstrong gleich als den größten Dopingskandal der Sportgeschichte zu bezeichnen. Die Dimension dieser Affäre, zu Tage gefördert von der amerikanischen Anti-Doping-Agentur, ist jedoch gewaltig.
Die Dopingfahnder in Armstrongs Heimatland ermittelten mit aller Schärfe, wie Armstrong, der wie ein Getriebener seines Sports wirkte, seine Karriere auf Manipulation aufbaute, mit einem beträchtlichen finanziellen Aufwand und einer Vielzahl von Helfern, unter ihnen skrupellose Mediziner.
Das Dossier des Betrugs zeigt, dass dem einstigen amerikanischen Superstar fast jedes Mittel recht zu sein schien, um seine Leistung zu steigern. Diese Gegner hat Armstrong, der bis dahin geschützt schien von einem dichten Netzwerk von Kumpanen, nicht abschütteln und nicht einschüchtern können. Sie demontierten letztlich eine amerikanische Sport-Ikone.
Es ist ein beispielloser Vorgang: Armstrong sind nun sieben Gelbe Trikots der Tour de France entrissen worden. Der Amerikaner, in den Jahren 1999 bis 2005 uneingeschränkter Herrscher der Tour, steht gewissermaßen nackt da.
Und der Radsport-Weltverband, der am Montag der amerikanischen Leitlinie folgte und Armstrong alle Tour-Siege aberkannte, erweckt den Anschein, als erlebe er gerade eine Höllentour. Dabei ist Armstrongs Regentschaft doch keineswegs die einzige schwarze Ära des Radsports und der Tour de France.
Außerdem hatten sich die internationalen Funktionäre des Radsports immer gerne mit dem schillernden Profi aus Austin in Texas geschmückt und gebrüstet, selbst als er schon unter schwerem Dopingverdacht stand.
Manche Äußerung zur Causa Armstrong in diesen Tagen mutet deswegen scheinheilig an. Die Akte Armstrong dürfte bald endgültig geschlossen sein. Aber die Verfolgung geht weiter. Auch die höchsten Instanzen des Radsports müssen auf der Hut sein.
Auch wenn es weh tut: Der Prozess der gesellschaftlichen Aufarbeitung,
der nun unweigerlich
Jürgen Braun (perfekt57)
- 23.10.2012, 23:32 Uhr
Spitzenradsport ist wie die Formel 1
Daniel J Hahn (137)
- 23.10.2012, 17:41 Uhr
Nur Armstrong ?
Karl Dietrich Naumann (Huga)
- 23.10.2012, 15:11 Uhr
Amstrong
Volker Keiner (losagaves)
- 23.10.2012, 13:49 Uhr
das ende ist noch nicht erreicht
johann pienk (lucifair)
- 23.10.2012, 13:33 Uhr