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Doping-Proben : Gezerre um Mo Farahs Urin

Leichtathlet Mo Farah sagt, ihm sei recht, jederzeit und überall getestet zu werden. Bild: Reuters

Die Hackergruppe Fancy Bear veröffentlicht einen Bericht über mögliche Doping-Praktiken. Nun sieht sich die amerikanische Agentur offenbar gezwungen, Urinproben zu analysieren. Doch es gibt Widerstand.

          Die amerikanische Anti-Doping-Agentur (Usada) sieht sich offenbar gezwungen, eingefrorene Urinproben des vierfachen Olympiasiegers Mo Farah und womöglich weiterer Läufer zu analysieren, die zum Nike Oregon Project von Trainer Alberto Salazar gehören. Das geht aus einer Veröffentlichung von Nicole Sapstead hervor, der Geschäftsführerin der britischen Anti-Doping-Agentur (Ukad). Sie warnt darin: „Jedes Mal wenn eine Probe reanalysiert oder an einen anderen Ort geschickt wird, kann sich die enthaltene Menge verringern oder verschlechtern, was die Möglichkeit reduziert, sie in der Zukunft noch einmal zu analysieren.“ Deshalb müsse sorgfältig überlegt werden; nationale Anti-Doping-Agenturen hätten das Recht zu widersprechen.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Die britische Zeitung „The Telegraph“ berichtet, dass jüngste Veröffentlichungen über die Vergabe von Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln an Salazars Athleten Usada zu der Analyse veranlasst hätten. Die russische Hackergruppe Fancy Bear hat einen umfangreichen Bericht der Usada aus dem vergangenen Jahr verschiedenen Medien zugänglich gemacht. Darin wird spekuliert, dass Infusionen von L-Carnitin, einer nicht verbotenen Substanz, mehr als 50 Milliliter umfasst haben könnten; damit hätten Athleten und Ärzte gegen Anti-Doping-Regeln verstoßen.

          Zudem wird berichtet, Läufer des Projektes würden mit Vitamin D zur Steigerung der Testosteron-Produktion sowie mit Schilddrüsen-Hormon behandelt. Usada hat die Authentizität des Berichts bestätigt. Salazar bestreitet Doping. Farah sagte, ihm sei recht, jederzeit und überall getestet zu werden und dass seine Proben jederzeit und überall von einer offiziellen Einrichtung reanalysiert würden. Nicole Sapstead kritisierte die Veröffentlichung. Sie diene allein dazu, Gerüchte und Unterstellungen zu fördern, und untergrabe die Vertraulichkeit, die für robuste und sorgfältige Anti-Doping-Ermittlungen unerlässlich sei.

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          Fancy Bear, auch als ATP28 bekannt, gilt als Hackergruppe des russischen Militär-Geheimdienstes GRU und wird mit Angriffen auf die Computer des Deutschen Bundestages in Verbindung gebracht. Seit die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) Berichte über systematisches Doping im russischen Sport veröffentlicht hat, verbreitet Fancy Bear Informationen über medizinische Ausnahmegenehmigungen, die Athleten die Einnahme verbotener Mittel erlauben. Die Wada behauptet, Fancy Bear habe Unterlagen verfälscht.

          Quelle: F.A.Z.

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