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Alberto Contador „Ich verstehe das Urteil nicht“

07.02.2012 ·  Alberto Contador will trotz der Dopingsperre seine Profi-Karriere fortsetzen. Er erwägt, das harte Cas-Urteil anzufechten. Die Entscheidung der Richter in Lausanne spaltet den Radsport.

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Alberto Contador gibt nicht auf. Der spanische Radprofi will nach Ablauf der zweijährigen Dopingsperre seine Karriere fortsetzen und erwägt, das Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs (Cas) anzufechten. „Meine Anwälte prüfen, welche Möglichkeiten es gibt“, sagte der Spanier am Dienstag auf einer Pressekonferenz in seinem Heimatort Pinto bei Madrid. „Aber ich habe ihnen schon gesagt, dass ich bis zum Ende weiterkämpfen will.“

Der Tour-de-France-Sieger war am Montag nach 18-monatigem Verfahren vom CAS des Clenbuterol-Dopings für schuldig befunden und insgesamt für zwei Jahre gesperrt worden. Dagegen ist im Grundsatz nur ein Einspruch vor dem Schweizer Bundesgericht möglich.

Contador nahm seine Ankündigung aus dem Vorjahr zurück, im Falle einer Verurteilung seine Karriere zu beenden. „Ich werde zu 100 Prozent weitermachen“, betonte er auf der mit Spannung erwarteten Pressekonferenz in einem Hotel in der Madrider Vorstadt. Seine Sperre läuft am 5. August dieses Jahres ab.

Contador kämpfte vor einem Pulk von Mikrofonen zeitweise mit den Tränen; die überwiegend spanischen Reporter spendeten ihrem Landsmann aufmunternden Beifall. „Ich verstehe das Urteil nicht“, beklagte sich Contador. Nach dem Urteil sei Clenbuterol durch einen verunreinigten Nahrungsmittelzusatz in seinen Körper gelangt. „Man legte mir weder Nachlässigkeit noch einen Vorsatz zur Last, und trotzdem wurde ich zur Höchststrafe verurteilt.“

Das harte Cas-Urteil spaltet den Radsport: Die Spanier verurteilten den Richterspruch, andere hofften auf eine Signalwirkung. Contador selbst steht weiteren Problemen gegenüber - dem 29 Jahre alten Rad-Star drohen Rückzahlungen in Höhe von zehn Millionen Euro.

Gesamtschaden: zehn Millionen Euro

Kritisiert wurde allgemein die lange Dauer des Verfahrens, das eineinhalb Jahre in der Schwebe stand. Die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada, die neben dem Weltverband UCI beim Cas in Lausanne gegen Contador geklagt hatte, verteidigte das Vorgehen. „Wir hätten es bevorzugt, wenn es schneller gegangen wäre. Doch es war ein komplexer Fall mit rund 4000 Seiten Dokumenten“, erklärte Wada-Präsident John Fahey. Knapp 100 Seiten benötigten die Richter für das Urteil, in dem Contadors These abgeschmettert wurde.

Die UCI fordert eine Strafe von knapp 2,5 Millionen Euro und darüber hinaus 70 Prozent des Jahreseinkommens des Rundfahrtspezialisten, das auf rund fünf Millionen Euro geschätzt wird. Dazu kommen wohl Preisgelder, die zurückzuzahlen sind - und die Kosten für Contadors Anwälte. Ein Gesamtschaden von rund zehn Millionen Euro scheint realistisch.

Saxo Bank will weitermachen

Außerdem muss Contadors Team Saxo Bank die Aberkennung des Elitestatus befürchten. Wie die UCI bekanntgab, wird die Lizenzierungskommission prüfen, ob die Streichung aller Ergebnisse des Spaniers seit 21. Juli 2010 Folgen für die Equipe von Teamchef Bjarne Riis hat. Nach Angaben der UCI gingen 68 Prozent der 2011 erzielten Punkte von Saxo Bank auf das Konto Contadors. Ohne diese Zähler „erfüllt das Team nicht mehr die sportlichen Kriterien für die UCI WorldTour“, teilte der Verband mit.

Immerhin will der Hauptgeldgeber Saxo Bank auch ohne Kapitän Contador weitermachen. Die Zwei-Jahres-Sperre „wirkt sich nicht auf unser Sponsoring aus“, teilte das Geldhaus am Dienstag mit.

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