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DFB-Präsident : Grindel kritisiert Infantino

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„Mir fehlt die Phantasie, wie der Confed Cup 2021 in Qatar in den Rahmenterminplan passen sollte“: DFB-Präsident Reinhard Grindel. Bild: dpa

Reinhard Grindel fordert den Fifa-Präsidenten auf, Reformen umzusetzen. Personalentscheidungen beim Fußball-Weltverband nennt er „unklug und falsch“. Zudem hat er eine klare Meinung zum Confed Cup.

          DFB-Präsident Reinhard Grindel hat die Amtsführung seines Kollegen beim Internationalen Fußball-Verband Fifa, Gianni Infantino, kritisiert und eine konkrete Umsetzung des Reformprozesses gefordert. „Herr Infantino muss jetzt in vielerlei Hinsicht das Zeichen setzen, dass er vom Reformprozess nicht nur spricht, sondern ihn auch tatsächlich mit Inhalten und Leben füllt“, sagte Grindel in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Dienstagausgabe / Am Vorabend ab 20.00 Uhr im E-Paper und bei F.A.Z. PLUS).

          Der DFB-Präsident zeigte Verständnis für die Behauptung, von einem Neuanfang in der Fifa für eine bessere Zukunft sei nichts festzustellen. „Das kann ich verstehen.“ (…) „Ich glaube, dass das Zusammenspiel von Generalsekretärin und Präsident nicht dem Geist der Fifa-Satzung entspricht. Ich finde, unabhängig von der Kompetenz und Erfahrung, die Frau Samoura hat, dass die Rollenverteilung beim Kongress in Bahrein in dieser Art und Weise so nicht hätte sein dürfen. Frau Samoura hätte eine aktivere Rolle spielen müssen.“

          Grindel nannte Personalentscheidungen der Fifa unter Infantinos Einfluss beim Kongress im vergangenen Mai in Bahrein „unklug und falsch“. Dabei bezog er sich unter anderem auf die damaligen Vorsitzenden der Ethik-Kommission, Borbély und Eckert, die nicht im Amt bestätigt worden waren. Ihre Nachfolger müssen sich in Hunderte nicht abgeschlossene Verdachtsfälle einarbeiten. Mit Blick auf die Umsetzung der angekündigten Reform forderte Grindel unter anderem „einen transparenten Bewerbungsprozess zur WM 2026“ und „eine offene Diskussion, in welchem Modus wir die WM 2026 mit 48 Nationen spielen wollen“. Zur WM in Russland 2018 verlangt Grindel die Übertragung der Doping-Kontrollen auf die Welt-Anti-Doping-Agentur und dass die Fifa für „eine uneingeschränkte Berichterstattung der Journalisten kämpft“.

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          Der DFB-Präsident forderte zudem die Abschaffung des Konföderationen-Pokals: „Ich halte diesen Wettbewerb für verzichtbar“, sagte Grindel der F.A.Z.: „Angesichts der großen sportlichen Belastungen unser Spieler sollten wir ihnen einen Sommer der Regeneration gönnen. Ich bin dafür, den Confed Cup abzuschaffen.“ Das Turnier findet jeweils ein Jahr vor den Weltmeisterschaften der Männer im Land des Ausrichters statt.

          Der aus Sicht von Grindel letzte Confed Cup beginnt am 17. Juni in Russland. Daran nimmt auch die DFB-Auswahl teil, größtenteils mit einem Perspektivkader. „Mir fehlt die Phantasie, wie der Confed Cup 2021 in Qatar in den Rahmenterminplan passen sollte. Wir haben ja bereits im Jahr 2022 größte Probleme, die WM von Mitte November bis Mitte Dezember in den Rahmenterminkalender einzufügen. Und das gleich in zwei Spielzeiten hintereinander? Das halte ich für völlig undenkbar“, sagte Grindel der F.A.Z.

          Quelle: FAZ.NET

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